Klarheit und Wärme
Der Dirigent Paavo Berglund prägte die Sibelius-Rezeption wie kein anderer. Aber sein Wirken reichte weit darüber hinaus: Der Finne gehört zu den großen Dirigenten der Geschichte.

Die Begegnung zwischen dem Komponisten und seinem führenden Interpreten bestätigt die gängigen Vorstellungen über die finnische Art zu kommunizieren. „Spielen Sie Schönberg?“, fragte Jean Sibelius, Paavo Berglund antwortete „Nein“. Und das war es dann auch schon mit dem Gespräch. Berglund selbst berichtete von diesem kargen Dialog, wohl auch um Legenden einzufangen über eine besondere, persönliche Nähe zum finnischen Komponisten. Dazu muss man wissen, dass Berglunds Karriere als Dirigent noch am Anfang war, als er Mitte der 1950er Jahre mit Sibelius in dessen Wohnsitz Ainola zusammentraf. Eine Abordnung des finnischen Radio-Sinfonieorchesters hatte sich dorthin aufgemacht, Berglund war dort Geiger, zugleich aber auch schon assistierender Dirigent neben Orchesterchef Nils-Eric Fougstedt. Gut möglich, dass sich die rudimentäre Unterhaltung mit dem Komponisten aus der Gruppensituation ergab. Und doch erstaunt die Szene bei einem Mann, der bald darauf zum führenden Sibelius-Dirigenten werden sollte. Vielleicht deutete sich hier aber einfach nur Berglunds Eigenständigkeit dem Komponisten gegenüber an: Berglund liebte Sibelius’ Musik, quasireligiöse Verehrung war seine Sache aber nicht.
Berglunds Mimik vereinte unerbittliche Strenge mit Genießertum
Aus mitteleuropäischer Sicht ungewöhnlich ist Paavo Berglunds Werdegang als Dirigent: Er verlief zunächst ganz ohne Berührung mit der Oper (erst in späteren Jahren sollte er den „Fidelio“ dirigieren). Ursprünglich Geiger (und zwar linkshändig spielend, wie er später auch linkshändig dirigierte), entwickelte er seine Dirigierambitionen parallel zum Orchesterdienst. Sein Geigenstudium hatte ihn, der 1929 in Helsinki geboren war, Ende der 40er Jahre auch nach Wien und Salzburg geführt, dort erlebte er unter anderem Wilhelm Furtwängler und Hans Knappertsbusch.
Betrachtet man Berglunds ganz eigenständige Art des Dirigierens mit sauberen, aber großzügigen Bewegungen und mit einer Mimik, die unerbittliche Strenge mit Genießertum vereinte, dann scheint der Einfluss Furtwänglers und Knappertsbuschs gering gewesen zu sein. An Knappertsbusch erinnert allenfalls Berglunds musikalische Ökonomie und dass er sich für die Gesamtaufnahme der Sibelius-Symphonien mit dem Chamber Orchestra of Europe in Hosenträgern ablichten ließ. Über erste Dirigiererfahrungen in einem selbst gegründeten Kammerorchester arbeitete sich Berglund vom Assistenzposten beim Rundfunk-Orchester hoch auf den Chefposten desselben Ensembles. Neun Jahre füllte er diese Position aus und begründete dabei den Ruf, ein harter Hund zu sein: unerbittlich bei seinem Streben nach Perfektion.
Nach Jean Sibelius’ Tod war Berglund der erste, der sich kritisch mit dem gängigen Aufführungsmaterial auseinandersetzte. Als er Ende der 50er-Jahre Sibelius’ siebte Symphonie mit dem Radio-Sinfonieorchester einstudierte, bemerkte er beim Vergleich mit dem Stimmenmaterial der Helsinkier Philharmoniker große Unterschiede. Die Stimmen der Philharmoniker hatte Sibelius selbst korrigiert, in der Druckfassung gab es etliche Fehler. Eine Problematik, die auch mit der nachlässigen Niederschrift des Komponisten zu tun hat: Der Interpretationsspielraum für den Betrachter ist groß. Ein Umstand, den Berglund zum Anlass nahm, zuweilen selbst in die Orchestrierung einzugreifen, wenn es ihm im Sinne von Sibelius schien. Soviel zu Berglunds entspanntem Verhältnis zum finnischen Nationalkomponisten, dessen naturnahe Musik gerne ideologisch überhöht wird. Klarheit, Übersicht und Beweglichkeit zeichnen seine Sibelius-Wiedergaben aus.
Insgesamt drei Mal nahm Berglund, der 2012 mit 82 Jahren in Helsinki starb, die Symphonien komplett auf: in den 70er Jahren mit dem Bournemouth Symphony Orchestra, in den 80ern mit den Helsinkier Philharmonikern und Mitte der 90er mit dem Chamber Orchestra of Europe. Alle drei Einspielungen sind in der Box enthalten, die nun bei Warner herausgekommen ist und Berglunds Aufnahmen für EMI und Finlandia vereinigt.
Berglund war ein Meister darin, Klang und Tempo aufeinander
abzustimmen
Doch ist Berglund weit mehr als nur Sibelius. Im Anschluss an seine Arbeit beim finnischen Rundfunkorchester war er von 1972 bis 1979 Chef des Bornemouth Symphony Orchestra (wo Simon Rattle sein Assistent war und vom Sibelius-Virus infiziert wurde). Es waren sieben Jahre, in denen er das Ensemble zu einem fabelhaften Klangkörper formte: wendig, rhythmisch präzise, klanglich hoch kultiviert, schlank und doch kraftvoll. Sieben Jahre, in denen eingespielt wurde, was nur ging: Sage und schreibe 26 CDs dokumentieren diese Zeit, zehn mit Werken von Sibelius, die übrigen mit skandinavischem, britischem und russischem Repertoire.
Zu hören sind hinreißende Aufnahme von Werken Edvard Griegs: die „Peer Gynt“-Suiten, die „Symphonischen Tänze“, die Variationen über ein altnorwegisches Lied op. 51. Klar ausgearbeitet alles und zart leuchtend im Ton; ein Reinigungsbad für die Ohren. Indem Berglund auf klare Nachzeichung achtete, sauber phrasierte und die Wechsel der Instrumentalfarben nicht verschleierte, sondern deutlich werden ließ, hatte er schon den Grundstock seiner Interpretation gelegt. Ein handwerklicher Zugang, der aber nichts Kaltes hat. Keine einzige Aufnahme Berglunds, bei der man den Eindruck des bloß Präzisen oder kühl Maschinellen hätte: Seine großzügigen Bewegungen forderten zu einer sinnlichen, auch im äußersten Pianissimo klangvollen Tongebung auf. Berglunds Orchesterklang (egal vor welchem Orchester er stand) hatte eine ganz innerliche Kraft, eingehegt durch klare Begrenzung des Tons (im Unterschied etwa zum gewollten Ausfransen des Klanges bei Karajan).

Die Streicher spielten bei ihm mit nur dezentem Vibrato und gaben dem Klang damit eine unwiderstehlich voranstrebende Richtung; die Bläser gesellten sich weich, aber deutlich abgesetzt dazu. Tragfähig war dieser Klang auch in diesem Sinn: dass er das Fortschreiten eines ganzen Stückes trug, so wie die Luftströmung den Flügel eines Flugzeugs zum Schweben bringt. Zum Strömungsabriss kam es nie, Berglund war ein Meister darin, Klang und Tempo aufeinander abzustimmen. Das kam nicht nur Sibelius’ Klangphantasien zu Gute, sondern auch den Symphonien von Schostakowitsch (in Bornemouth aufgenommen wurden in einem seltenen Gleichgewicht von Kraft und Kontur die Nummern 5, 6, 7, 10 und 11), der fünften Symphonie von Carl Nielsen (mit Referenzcharakter) oder der sechsten Symphonie von Ralph Vaughan Williams (überhaupt entwickelte Berglund in Bornemouth ein reges Interesse an der britischen Musik).
Berglund zog außerdem Solisten an, die ihm in der musikalischen Auffassung ähnlich waren: zuvorderst Ida Haendel, ähnlich pur im Ton wie Berglunds Streicher, mit der eine Aufnahme von Benjamin Brittens Violinkonzert gelang, die keine Wünsche offenlässt: bewegend in all ihrer Melancholie, elegant in der Darbietung, unmittelbar verständlich in der Offenlegung der musikalischen Faktur – das Stück liegt vor dem Hörer wie ein aufgeschlagenes Buch. Griegs Klavierkonzert mit John Ogdon präsentiert sich ähnlich eindrucksvoll.
Das nordeuropäische Repertoire bildet bei Berglund den Schwerpunkt. Beethoven findet man bei ihm nicht (denkbar, dass ihm seine Musik zu persönlich, zu individuell war; schon bei Schostakowitschs fünfter Symphonie sind Hemmungen zu spüren, ein persönlich-tragisches Empfinden auf die Bühne zu bringen). Auch Mozart fehlt. Brahms ist mit einer edlen Fassung des Doppelkonzerts vertreten (mit Yehudi Menuhin und Paul Tortelier). Smetanas „Má vlast“ mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden hielt Berglund selbst für seine beste Aufnahme, vielleicht weil er dem Charme des Orchesters erlegen war. Denn Berglunds Sorgfalt hemmt hier eher den Erzählfluss.
Die drei Gesamteinspielungen der Sibelius-Symphonien aber zeigen einen Dirigenten, der sich verändert: Die Tempi werden über die Jahre fließender, der Klang leichter – bis hin zur Fassung mit dem Chamber Orchestra of Europe. Nur 50 Spieler saßen da auf dem Podium und ließen Sibelius’ Musik durchscheinend werden wie einen klaren See. Bräuchte es noch eines Beweises, wie undogmatisch sich Berglund der Musik von Sibelius näherte, diese Aufnahme lieferte ihn.
Die Begegnung zwischen dem Komponisten und seinem führenden Interpreten bestätigt die gängigen Vorstellungen über die finnische Art zu kommunizieren. „Spielen Sie Schönberg?“, fragte Jean Sibelius, Paavo Berglund antwortete „Nein“. Und das war es dann auch schon mit dem Gespräch. Berglund selbst berichtete von diesem kargen Dialog, wohl auch um Legenden einzufangen über eine besondere, persönliche Nähe zum finnischen Komponisten. Dazu muss man wissen, dass Berglunds Karriere als Dirigent noch am Anfang war, als er Mitte der 1950er Jahre mit Sibelius in dessen Wohnsitz Ainola zusammentraf. Eine Abordnung des finnischen Radio-Sinfonieorchesters hatte sich dorthin aufgemacht, Berglund war dort Geiger, zugleich aber auch schon assistierender Dirigent neben Orchesterchef Nils-Eric Fougstedt. Gut möglich, dass sich die rudimentäre Unterhaltung mit dem Komponisten aus der Gruppensituation ergab. Und doch erstaunt die Szene bei einem Mann, der bald darauf zum führenden Sibelius-Dirigenten werden sollte. Vielleicht deutete sich hier aber einfach nur Berglunds Eigenständigkeit dem Komponisten gegenüber an: Berglund liebte Sibelius’ Musik, quasireligiöse Verehrung war seine Sache aber nicht.
Berglunds Mimik vereinte unerbittliche Strenge mit Genießertum
Aus mitteleuropäischer Sicht ungewöhnlich ist Paavo Berglunds Werdegang als Dirigent: Er verlief zunächst ganz ohne Berührung mit der Oper (erst in späteren Jahren sollte er den „Fidelio“ dirigieren). Ursprünglich Geiger (und zwar linkshändig spielend, wie er später auch linkshändig dirigierte), entwickelte er seine Dirigierambitionen parallel zum Orchesterdienst. Sein Geigenstudium hatte ihn, der 1929 in Helsinki geboren war, Ende der 40er Jahre auch nach Wien und Salzburg geführt, dort erlebte er unter anderem Wilhelm Furtwängler und Hans Knappertsbusch.
Betrachtet man Berglunds ganz eigenständige Art des Dirigierens mit sauberen, aber großzügigen Bewegungen und mit einer Mimik, die unerbittliche Strenge mit Genießertum vereinte, dann scheint der Einfluss Furtwänglers und Knappertsbuschs gering gewesen zu sein. An Knappertsbusch erinnert allenfalls Berglunds musikalische Ökonomie und dass er sich für die Gesamtaufnahme der Sibelius-Symphonien mit dem Chamber Orchestra of Europe in Hosenträgern ablichten ließ. Über erste Dirigiererfahrungen in einem selbst gegründeten Kammerorchester arbeitete sich Berglund vom Assistenzposten beim Rundfunk-Orchester hoch auf den Chefposten desselben Ensembles. Neun Jahre füllte er diese Position aus und begründete dabei den Ruf, ein harter Hund zu sein: unerbittlich bei seinem Streben nach Perfektion.
Nach Jean Sibelius’ Tod war Berglund der erste, der sich kritisch mit dem gängigen Aufführungsmaterial auseinandersetzte. Als er Ende der 50er-Jahre Sibelius’ siebte Symphonie mit dem Radio-Sinfonieorchester einstudierte, bemerkte er beim Vergleich mit dem Stimmenmaterial der Helsinkier Philharmoniker große Unterschiede. Die Stimmen der Philharmoniker hatte Sibelius selbst korrigiert, in der Druckfassung gab es etliche Fehler. Eine Problematik, die auch mit der nachlässigen Niederschrift des Komponisten zu tun hat: Der Interpretationsspielraum für den Betrachter ist groß. Ein Umstand, den Berglund zum Anlass nahm, zuweilen selbst in die Orchestrierung einzugreifen, wenn es ihm im Sinne von Sibelius schien. Soviel zu Berglunds entspanntem Verhältnis zum finnischen Nationalkomponisten, dessen naturnahe Musik gerne ideologisch überhöht wird. Klarheit, Übersicht und Beweglichkeit zeichnen seine Sibelius-Wiedergaben aus.
Insgesamt drei Mal nahm Berglund, der 2012 mit 82 Jahren in Helsinki starb, die Symphonien komplett auf: in den 70er Jahren mit dem Bournemouth Symphony Orchestra, in den 80ern mit den Helsinkier Philharmonikern und Mitte der 90er mit dem Chamber Orchestra of Europe. Alle drei Einspielungen sind in der Box enthalten, die nun bei Warner herausgekommen ist und Berglunds Aufnahmen für EMI und Finlandia vereinigt.
Berglund war ein Meister darin, Klang und Tempo aufeinander
abzustimmen
Doch ist Berglund weit mehr als nur Sibelius. Im Anschluss an seine Arbeit beim finnischen Rundfunkorchester war er von 1972 bis 1979 Chef des Bornemouth Symphony Orchestra (wo Simon Rattle sein Assistent war und vom Sibelius-Virus infiziert wurde). Es waren sieben Jahre, in denen er das Ensemble zu einem fabelhaften Klangkörper formte: wendig, rhythmisch präzise, klanglich hoch kultiviert, schlank und doch kraftvoll. Sieben Jahre, in denen eingespielt wurde, was nur ging: Sage und schreibe 26 CDs dokumentieren diese Zeit, zehn mit Werken von Sibelius, die übrigen mit skandinavischem, britischem und russischem Repertoire.
Zu hören sind hinreißende Aufnahme von Werken Edvard Griegs: die „Peer Gynt“-Suiten, die „Symphonischen Tänze“, die Variationen über ein altnorwegisches Lied op. 51. Klar ausgearbeitet alles und zart leuchtend im Ton; ein Reinigungsbad für die Ohren. Indem Berglund auf klare Nachzeichung achtete, sauber phrasierte und die Wechsel der Instrumentalfarben nicht verschleierte, sondern deutlich werden ließ, hatte er schon den Grundstock seiner Interpretation gelegt. Ein handwerklicher Zugang, der aber nichts Kaltes hat. Keine einzige Aufnahme Berglunds, bei der man den Eindruck des bloß Präzisen oder kühl Maschinellen hätte: Seine großzügigen Bewegungen forderten zu einer sinnlichen, auch im äußersten Pianissimo klangvollen Tongebung auf. Berglunds Orchesterklang (egal vor welchem Orchester er stand) hatte eine ganz innerliche Kraft, eingehegt durch klare Begrenzung des Tons (im Unterschied etwa zum gewollten Ausfransen des Klanges bei Karajan).

Die Streicher spielten bei ihm mit nur dezentem Vibrato und gaben dem Klang damit eine unwiderstehlich voranstrebende Richtung; die Bläser gesellten sich weich, aber deutlich abgesetzt dazu. Tragfähig war dieser Klang auch in diesem Sinn: dass er das Fortschreiten eines ganzen Stückes trug, so wie die Luftströmung den Flügel eines Flugzeugs zum Schweben bringt. Zum Strömungsabriss kam es nie, Berglund war ein Meister darin, Klang und Tempo aufeinander abzustimmen. Das kam nicht nur Sibelius’ Klangphantasien zu Gute, sondern auch den Symphonien von Schostakowitsch (in Bornemouth aufgenommen wurden in einem seltenen Gleichgewicht von Kraft und Kontur die Nummern 5, 6, 7, 10 und 11), der fünften Symphonie von Carl Nielsen (mit Referenzcharakter) oder der sechsten Symphonie von Ralph Vaughan Williams (überhaupt entwickelte Berglund in Bornemouth ein reges Interesse an der britischen Musik).
Berglund zog außerdem Solisten an, die ihm in der musikalischen Auffassung ähnlich waren: zuvorderst Ida Haendel, ähnlich pur im Ton wie Berglunds Streicher, mit der eine Aufnahme von Benjamin Brittens Violinkonzert gelang, die keine Wünsche offenlässt: bewegend in all ihrer Melancholie, elegant in der Darbietung, unmittelbar verständlich in der Offenlegung der musikalischen Faktur – das Stück liegt vor dem Hörer wie ein aufgeschlagenes Buch. Griegs Klavierkonzert mit John Ogdon präsentiert sich ähnlich eindrucksvoll.
Das nordeuropäische Repertoire bildet bei Berglund den Schwerpunkt. Beethoven findet man bei ihm nicht (denkbar, dass ihm seine Musik zu persönlich, zu individuell war; schon bei Schostakowitschs fünfter Symphonie sind Hemmungen zu spüren, ein persönlich-tragisches Empfinden auf die Bühne zu bringen). Auch Mozart fehlt. Brahms ist mit einer edlen Fassung des Doppelkonzerts vertreten (mit Yehudi Menuhin und Paul Tortelier). Smetanas „Má vlast“ mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden hielt Berglund selbst für seine beste Aufnahme, vielleicht weil er dem Charme des Orchesters erlegen war. Denn Berglunds Sorgfalt hemmt hier eher den Erzählfluss.
Die drei Gesamteinspielungen der Sibelius-Symphonien aber zeigen einen Dirigenten, der sich verändert: Die Tempi werden über die Jahre fließender, der Klang leichter – bis hin zur Fassung mit dem Chamber Orchestra of Europe. Nur 50 Spieler saßen da auf dem Podium und ließen Sibelius’ Musik durchscheinend werden wie einen klaren See. Bräuchte es noch eines Beweises, wie undogmatisch sich Berglund der Musik von Sibelius näherte, diese Aufnahme lieferte ihn.



