Im Lustgarten und anderswo
Musikleben in London im späten 18. Jahrhundert – am Beispiel des „wiederentdeckten“ William Smethergell

Dass das „Land ohne Musik“ kein Land ohne Musikpflege, sondern eher ohne eigene Musikgeschichtsschreibung ist, hat sich glücklicherweise in den vergangenen dreißig Jahren ein wenig verändert. Während aber die Forschung immer noch eher überschaubar ist, hat uns der Tonträgermarkt dank zahlloser Initiativen in vielerlei Hinsicht bereichert. Es gibt aber immer noch graue Flecken – vor allem bei der Musik zwischen Händel und Elgar. In einer Zeit intensiver Aufnahme und Reflexion internationaler Einflüsse gingen die eigenen „Musikgrößen“ weitgehend unter, und wenn nicht, galten sie als Abklatsch vor allem italienischer oder austro-deutscher Einflüsse. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden vor allem drei Aspekte gerne und verhältnismäßig beleuchtet – die „Bach-Abel-Konzerte“ in den Hanover Square Rooms, von 1765 bis 1782, das Händel-Fest 1784 und Haydns Besuche in London 1791/92 und 1794/95. Die Namen Carl Friedrich Abel, Johann Christian Bach und Johann Peter Salomon oder später Muzio Clementi haben denn auch viel mehr Interesse geweckt als Thomas Norris, John Collett, Samuel Arnold, James Hook oder John Wall Callcott. Von deren Musikschaffen ist heute zumeist fast gar nichts bekannt, und es wird auch in England nicht aufgeführt. Das gilt für alle Gattungen und Besetzungen.
Dabei florierte schon vor Haydns Ankunft im Januar 1791 nicht nur die Auseinandersetzung mit seiner Musik, vor allem hatten sich Konzerte mit Orchestermusik an verschiedenerlei Orten längst etabliert. Zu den Vorreitern hatten nicht zuletzt bereits seit dem späten 17. Jahrhundert die „Pleasure Gardens“ in London gehört, in denen man nicht nur lustwandeln konnte. Sie sorgten auch fürs leibliche und sinnliche Wohl und für attraktive Reize fürs zeitgenössische Ohr (in der Rotunde der Ranelagh Gardens in Chelsea konzertierte 1764 der achtjährige Mozart). Sehen und gesehen werden war mindestens ebenso wichtig wie das Lustwandeln und die Rendezvous in den gepflegten Parkanlagen. Seiltänzer, Heißluftballonfahrten, Bälle, Konzerte und Feuerwerke sorgten für Unterhaltung. Man konnte ein „türkisches Zelt“ besuchen, der Chinoiserie-Stil prägte mehrere Gebäude, und das Innere der Rotunde wurde zu einer der meistbesuchten Attraktionen von Vauxhall. Eine Händel-Statue in den Gärten fand später ihren Weg in die Westminster Abbey. Die Rotunde der Vauxhall Gardens verfügte über eine Orgel, und das eigene Orchester sorgte für hohe interpretatorische Qualität.
Die gehobene Gesellschaft genoss dieses umfassende Angebot, fast mehr noch als an den anderen Veranstaltungsetablissements der Stadt, gleich ob Theater, Gasthof oder Konzertsaal. Nicht nur in den legendären Hanover Square Rooms, die ganz besonders an die Interessenten hochqualitativer Musik gerichtet waren, auch in gastronomischen Einrichtungen fanden entweder regelmäßig eigene Musikreihen statt, oder es wurde einzelnen Künstlern die Möglichkeit geboten, dort Subskriptionskonzerte zu veranstalten. Der damalige musikalische Reichtum Londons ist heute kaum mehr zu überblicken, auch weil viele Einblattdrucke der Zeit (vornehmlich Lieder und Gesänge, die auf ein Blatt Notenpapier passten) nicht der Aufbewahrung für würdig befunden wurden.
In diesen Rahmen passt William Smethergell, ein Musiker, über den lange Zeit fast gar nichts bekannt war. In London am 6. Januar 1751 in der Kirche St. Peter le Poer getauft, entstammte er einer alles andere als begüterten Familie. Sein Vater war Geflügelhändler, seine Ausbildung machte er ab 1765 bei Thomas Curtis, einem Mitglied der Weberzunft, der aber daneben von 1753 bis 1806 Organist an St. Mildred’s in der Bread Street war. Einen großen Teil seiner musikalischen Karriere verbrachte auch Smethergell als Organist, ab 1770 an der All Hallows Church in Barking-by-the-Tower, ab 1775 an St. Mary-at-Hill, keine halbe Meile entfernt. 1772 heiratete er Mary Ann Moore, die Töchter Elizabeth und Ann kamen 1773 und 1775 zur Welt. Als er sich 1779 zum Mitglied der Royal Society of Musicians of Great Britain bewarb, teilte er mit, dass er sein Jahreseinkommen von etwa zweihundert Pfund aus seinen beiden Organistenstellungen sowie seiner Tätigkeit als Violaspieler im Vauxhall-Orchester und aus Lehrtätigkeit erlangte.

Schon sein erstes Werk mit Opuszahl, Six Lessons für Tasteninstrument (gedruckt um 1770), ist ein Zeichen seiner langjährigen Lehrtätigkeit, es wurde gefolgt von einem zweiten Heft op. 6 (gedruckt um 1785), den „Rules for the Thorough Bass, to which are annex’d Three Sonatas“ (Violine und Tasteninstrument) op. 7 (1791), den Six Easy Solos für Violine op. 8 (gedruckt um 1797) sowie den Six Duettos für zwei Violinen op. 12 (um 1800 gedruckt – sein letztes Werk mit Opuszahl).
Zu den Subskribenten seiner um 1775 im Eigenverlag erschienenen Six Concertos für Tasteninstrument und Streicher hatten auch die wichtigsten Londoner Musikverleger und Musikalienhändler der Zeit gehört, Longman & Broderip und Robert Bremner, und schon die Six Overtures in 8 parts op. 2 wurden um 1778 bei Longman, Lukey & Broderip gedruckt. Der zweite Satz, Six Overtures in 8 parts op. 5, erschien 1780 bei John Preston im Druck, und das Titelblatt vermerkt, dass sie in den Vauxhall Gardens aufgeführt wurden. Doch mögen einige von ihnen auch im Rahmen der Subskriptionskonzerte in der King’s Arms Tavern in Cornhill, denen Smethergell 1775 als Verwalter angehörte, zu hören gewesen sein. Dieses zweite Set war derart erfolgreich, dass es eine Folgeauflage erfuhr.
Das Interesse an Smethergells Musik in Vauxhall begann gegen Ende der 1780er Jahre nachzulassen, sodass Smethergell gezwungen war, sich anderweitig nach Arbeit umzusehen. Im Händel-Gedächtnisjahr 1784 wirkte er als Violinist bei zahlreichen Konzerten mit. Dass sein kompositorisches Schaffen allmählich an Popularität verlor, mag auch auf den Wandel des Musikgeschmacks zurückzuführen sein; außer einer Transkription einer Jommelli-Orchesterkomposition für Tasteninstrument wurde nach 1800 nichts mehr von ihm gedruckt. Als Organist und Musiklehrer blieb er aber bis ins hohe Alter aktiv; nach seiner Pensionierung, 1823 an All Hallows Church beziehungsweise 1826 an St. Mary-at-Hill, erhielt Smethergell von seinen beiden Kirchgemeinden Jahresrentenzahlungen in einer Gesamthöhe von 57 Pfund; die letzte nachgewiesene Zahlung erfolgte Weihnachten 1835, sodass er zwischen diesem Zeitpunkt und März 1836 gestorben sein muss – genauere Angaben sind nicht möglich.
Schon Mitte des 18. Jahrhunderts hatte der Musikalienmarkt sich auf den stetig zunehmenden Bedarf an Werken für diese Örtlichkeiten eingestellt – die Londoner Musikalienhändler hatten Veröffentlichungsreihen eingeführt, die Titel wie „The Favourite Symphony“ oder „The Periodical Overture“ (die Begriffe Symphony und Overture wurden synonym genutzt) trugen und die importierte Kompositionen ebenso wie Erstveröffentlichungen präsentierten; häufig waren zumeist sechs Sinfonien zu einem Sammelopus zusammengefasst. Die Sätze mit Orchesterstimmen (Partituren wurden nicht gedruckt) erhielten oft opulente Titelblätter, die zum Kauf anregen sollten. Man könnte hier zahlreiche Namen britischer Komponisten aufführen wie Maurice Greene, Thomas Augustine Arne und John Collett, aber auch Musiker wie Karl Ditters von Dittersdorf, Niccolò Piccinni, Franz Xaver Richter oder Johann Stamitz. Smethergell bewegte sich in einem Netzwerk von Musikern, die nicht zuletzt durch den Musikalienhandel voneinander wissen konnten, da einige von ihnen nicht im Londoner Einzugsbereich lebten, sondern mit verschiedenen Musikinstitutionen in ganz Großbritannien (bis nach Schottland) in enger Verbindung standen.
Der große Reichtum dieser Werke ist bislang kaum gehoben – nur zu Smethergell wurde die Lücke dank der Initiative des Dirigenten Douglas Bostock geschlossen, der die Aufführungsmaterialien ediert und eingespielt hat. Der amerikanische Musikforscher Jan LaRue hat die besonderen Qualitäten dieser Sinfonien hervorgehoben, ihre ausgeprägten thematischen Kontraste und Differenziertheit, die die einzelnen Satzteile ihrer Werke klar charakterisieren. „In einigen Werken lassen sich sogar Parallelen zu den von Haydn perfektionierten hochgradig aktiven Schlusstechniken finden, um den Schwung in die Durchführung zu tragen – eine der wesentlichen Verfeinerungen des ursprünglichen zweiteiligen Grundkonzepts.“ In den Werken von Smethergells Zeitgenossen gäbe es sicher ebenso viel zu entdecken.
Dass das „Land ohne Musik“ kein Land ohne Musikpflege, sondern eher ohne eigene Musikgeschichtsschreibung ist, hat sich glücklicherweise in den vergangenen dreißig Jahren ein wenig verändert. Während aber die Forschung immer noch eher überschaubar ist, hat uns der Tonträgermarkt dank zahlloser Initiativen in vielerlei Hinsicht bereichert. Es gibt aber immer noch graue Flecken – vor allem bei der Musik zwischen Händel und Elgar. In einer Zeit intensiver Aufnahme und Reflexion internationaler Einflüsse gingen die eigenen „Musikgrößen“ weitgehend unter, und wenn nicht, galten sie als Abklatsch vor allem italienischer oder austro-deutscher Einflüsse. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden vor allem drei Aspekte gerne und verhältnismäßig beleuchtet – die „Bach-Abel-Konzerte“ in den Hanover Square Rooms, von 1765 bis 1782, das Händel-Fest 1784 und Haydns Besuche in London 1791/92 und 1794/95. Die Namen Carl Friedrich Abel, Johann Christian Bach und Johann Peter Salomon oder später Muzio Clementi haben denn auch viel mehr Interesse geweckt als Thomas Norris, John Collett, Samuel Arnold, James Hook oder John Wall Callcott. Von deren Musikschaffen ist heute zumeist fast gar nichts bekannt, und es wird auch in England nicht aufgeführt. Das gilt für alle Gattungen und Besetzungen.
Dabei florierte schon vor Haydns Ankunft im Januar 1791 nicht nur die Auseinandersetzung mit seiner Musik, vor allem hatten sich Konzerte mit Orchestermusik an verschiedenerlei Orten längst etabliert. Zu den Vorreitern hatten nicht zuletzt bereits seit dem späten 17. Jahrhundert die „Pleasure Gardens“ in London gehört, in denen man nicht nur lustwandeln konnte. Sie sorgten auch fürs leibliche und sinnliche Wohl und für attraktive Reize fürs zeitgenössische Ohr (in der Rotunde der Ranelagh Gardens in Chelsea konzertierte 1764 der achtjährige Mozart). Sehen und gesehen werden war mindestens ebenso wichtig wie das Lustwandeln und die Rendezvous in den gepflegten Parkanlagen. Seiltänzer, Heißluftballonfahrten, Bälle, Konzerte und Feuerwerke sorgten für Unterhaltung. Man konnte ein „türkisches Zelt“ besuchen, der Chinoiserie-Stil prägte mehrere Gebäude, und das Innere der Rotunde wurde zu einer der meistbesuchten Attraktionen von Vauxhall. Eine Händel-Statue in den Gärten fand später ihren Weg in die Westminster Abbey. Die Rotunde der Vauxhall Gardens verfügte über eine Orgel, und das eigene Orchester sorgte für hohe interpretatorische Qualität.
Die gehobene Gesellschaft genoss dieses umfassende Angebot, fast mehr noch als an den anderen Veranstaltungsetablissements der Stadt, gleich ob Theater, Gasthof oder Konzertsaal. Nicht nur in den legendären Hanover Square Rooms, die ganz besonders an die Interessenten hochqualitativer Musik gerichtet waren, auch in gastronomischen Einrichtungen fanden entweder regelmäßig eigene Musikreihen statt, oder es wurde einzelnen Künstlern die Möglichkeit geboten, dort Subskriptionskonzerte zu veranstalten. Der damalige musikalische Reichtum Londons ist heute kaum mehr zu überblicken, auch weil viele Einblattdrucke der Zeit (vornehmlich Lieder und Gesänge, die auf ein Blatt Notenpapier passten) nicht der Aufbewahrung für würdig befunden wurden.
In diesen Rahmen passt William Smethergell, ein Musiker, über den lange Zeit fast gar nichts bekannt war. In London am 6. Januar 1751 in der Kirche St. Peter le Poer getauft, entstammte er einer alles andere als begüterten Familie. Sein Vater war Geflügelhändler, seine Ausbildung machte er ab 1765 bei Thomas Curtis, einem Mitglied der Weberzunft, der aber daneben von 1753 bis 1806 Organist an St. Mildred’s in der Bread Street war. Einen großen Teil seiner musikalischen Karriere verbrachte auch Smethergell als Organist, ab 1770 an der All Hallows Church in Barking-by-the-Tower, ab 1775 an St. Mary-at-Hill, keine halbe Meile entfernt. 1772 heiratete er Mary Ann Moore, die Töchter Elizabeth und Ann kamen 1773 und 1775 zur Welt. Als er sich 1779 zum Mitglied der Royal Society of Musicians of Great Britain bewarb, teilte er mit, dass er sein Jahreseinkommen von etwa zweihundert Pfund aus seinen beiden Organistenstellungen sowie seiner Tätigkeit als Violaspieler im Vauxhall-Orchester und aus Lehrtätigkeit erlangte.

Schon sein erstes Werk mit Opuszahl, Six Lessons für Tasteninstrument (gedruckt um 1770), ist ein Zeichen seiner langjährigen Lehrtätigkeit, es wurde gefolgt von einem zweiten Heft op. 6 (gedruckt um 1785), den „Rules for the Thorough Bass, to which are annex’d Three Sonatas“ (Violine und Tasteninstrument) op. 7 (1791), den Six Easy Solos für Violine op. 8 (gedruckt um 1797) sowie den Six Duettos für zwei Violinen op. 12 (um 1800 gedruckt – sein letztes Werk mit Opuszahl).
Zu den Subskribenten seiner um 1775 im Eigenverlag erschienenen Six Concertos für Tasteninstrument und Streicher hatten auch die wichtigsten Londoner Musikverleger und Musikalienhändler der Zeit gehört, Longman & Broderip und Robert Bremner, und schon die Six Overtures in 8 parts op. 2 wurden um 1778 bei Longman, Lukey & Broderip gedruckt. Der zweite Satz, Six Overtures in 8 parts op. 5, erschien 1780 bei John Preston im Druck, und das Titelblatt vermerkt, dass sie in den Vauxhall Gardens aufgeführt wurden. Doch mögen einige von ihnen auch im Rahmen der Subskriptionskonzerte in der King’s Arms Tavern in Cornhill, denen Smethergell 1775 als Verwalter angehörte, zu hören gewesen sein. Dieses zweite Set war derart erfolgreich, dass es eine Folgeauflage erfuhr.
Das Interesse an Smethergells Musik in Vauxhall begann gegen Ende der 1780er Jahre nachzulassen, sodass Smethergell gezwungen war, sich anderweitig nach Arbeit umzusehen. Im Händel-Gedächtnisjahr 1784 wirkte er als Violinist bei zahlreichen Konzerten mit. Dass sein kompositorisches Schaffen allmählich an Popularität verlor, mag auch auf den Wandel des Musikgeschmacks zurückzuführen sein; außer einer Transkription einer Jommelli-Orchesterkomposition für Tasteninstrument wurde nach 1800 nichts mehr von ihm gedruckt. Als Organist und Musiklehrer blieb er aber bis ins hohe Alter aktiv; nach seiner Pensionierung, 1823 an All Hallows Church beziehungsweise 1826 an St. Mary-at-Hill, erhielt Smethergell von seinen beiden Kirchgemeinden Jahresrentenzahlungen in einer Gesamthöhe von 57 Pfund; die letzte nachgewiesene Zahlung erfolgte Weihnachten 1835, sodass er zwischen diesem Zeitpunkt und März 1836 gestorben sein muss – genauere Angaben sind nicht möglich.
Schon Mitte des 18. Jahrhunderts hatte der Musikalienmarkt sich auf den stetig zunehmenden Bedarf an Werken für diese Örtlichkeiten eingestellt – die Londoner Musikalienhändler hatten Veröffentlichungsreihen eingeführt, die Titel wie „The Favourite Symphony“ oder „The Periodical Overture“ (die Begriffe Symphony und Overture wurden synonym genutzt) trugen und die importierte Kompositionen ebenso wie Erstveröffentlichungen präsentierten; häufig waren zumeist sechs Sinfonien zu einem Sammelopus zusammengefasst. Die Sätze mit Orchesterstimmen (Partituren wurden nicht gedruckt) erhielten oft opulente Titelblätter, die zum Kauf anregen sollten. Man könnte hier zahlreiche Namen britischer Komponisten aufführen wie Maurice Greene, Thomas Augustine Arne und John Collett, aber auch Musiker wie Karl Ditters von Dittersdorf, Niccolò Piccinni, Franz Xaver Richter oder Johann Stamitz. Smethergell bewegte sich in einem Netzwerk von Musikern, die nicht zuletzt durch den Musikalienhandel voneinander wissen konnten, da einige von ihnen nicht im Londoner Einzugsbereich lebten, sondern mit verschiedenen Musikinstitutionen in ganz Großbritannien (bis nach Schottland) in enger Verbindung standen.
Der große Reichtum dieser Werke ist bislang kaum gehoben – nur zu Smethergell wurde die Lücke dank der Initiative des Dirigenten Douglas Bostock geschlossen, der die Aufführungsmaterialien ediert und eingespielt hat. Der amerikanische Musikforscher Jan LaRue hat die besonderen Qualitäten dieser Sinfonien hervorgehoben, ihre ausgeprägten thematischen Kontraste und Differenziertheit, die die einzelnen Satzteile ihrer Werke klar charakterisieren. „In einigen Werken lassen sich sogar Parallelen zu den von Haydn perfektionierten hochgradig aktiven Schlusstechniken finden, um den Schwung in die Durchführung zu tragen – eine der wesentlichen Verfeinerungen des ursprünglichen zweiteiligen Grundkonzepts.“ In den Werken von Smethergells Zeitgenossen gäbe es sicher ebenso viel zu entdecken.



