Erich Leinsdorf im Gespräch: Dirigieren als Kunst des Möglichen
Die Schallplatte kann Talente rund um die Welt signalisieren, künstlerische Maßstäbe zurechtrücken, Karrieren zünden. Eines kann sie allein bisher nicht: einen Künstler in den siebenten Himmel der Volkstümlichkeit erheben. Erich Leinsdorf ist unter Schallplattensammlern auch in Deutschland seit langem ein Begriff; er wurde es vor allem durch seine Gesamtaufnahme der Mozart-Sinfonien aus den frühen fünfziger Jahren und durch die siebzehn Opern, die er von 1956 bis 1968 aufgenommen hat. Für das große Musikpublikum, das nur zu seinem Star erwählt, wen es auch — und oft — gesehen hat, läuft Leinsdorf hierzulande unter Rang. Er teilt dieses Schicksal mit einem Dirigenten wie George Szell, dessen Sonderqualitäten sich auch immer noch nicht hinlänglich herumgesprochen zu haben scheinen.