Antal Dorati
Erschienen im FONO FORUM im November 1960

Antal Dorati zählt zu jenen Musikanten, die sich mit ganzer Seele der Musik verschrieben haben, deren Ziel jedoch nicht in erster Linie nur eine glanzvolle Interpretation, sondern vor allem der idealistische Einsatz, selbst für schwierigste Werke moderner Literatur, ist. Ferner ist Dorati bestrebt, Meisterwerke der Musikliteratur nach Möglichkeit der ganzen Welt in einem gleichbleibenden internationalen Standard zu vermitteln. Sein maßgebliches
Mitwirken am amerikanischen „People to people program" zählt zu den Aufgaben, denen er sich am meisten verbunden fühlt.
Als Chef des Minneapolis-Sinfonieorchesters hat er durch elf Jahre eine stattliche Anzahl Uraufführungen und amerikanische Erstaufführungen geleitet, u. a.: Paul Hindemith „Sinfonia serena" (1948); Walter Piston „Symphonische Suite"; William Schuman „6. Sinfonie"; Ernst Toch „4. Sinfonie"; Paul Tetler „Contraste für Orchester"; Gunter Schuller „Sieben Studien über Themen von Paul Klee"; Roger Sessions „4. Sinfonie"; Walter Piston „4. Sinfonie"; Sandor Veress „Sinfonie"; Charles Edward Ives „Ferien-Sinfonie"; Bela Bartok „Violinkonzert" (mit William Primrose) und im Sommer 1959 bei den Salzburger Festspielen die Uraufführung der Oper „Julietta" von Heimo Erbse.
Eine Aufzahlung seiner Amerika-Premieren würde sich wie ein internationales „Who's Who" ausmachen, 'an dieser Stelle seien nur einige genannt: Alfredo Petrassi: „Konzert für Orchester", Ildebrando Pizetti „Sinfonie in a-moll"; Bela Bartok „Herzog Blaubarts Schloss"; Zoltan Kodaly „Peacock Variationen"; Arnold Schönberg „Modern Psalm" (für Orchester, Chor und Erzähler) und viele andere mehr.
Doratis internationaler Ruhm ist in erster Linie auf seine beispielgebende Dirigententätigkeit begründet, obwohl er auch als Komponist besonders in den USA sehr geschätzt wird. Den nachhaltigsten Erfolg errangen seine dramatische Kantate „Der Kreuzweg", „Die zwei Verzauberungen des Li Tai Pe", das „Cellokonzert" und seine „Erste Sinfonie". Zwei neue größere Werke, die er bereits begonnen hat, möchte er bis Ende des Jahres (1960) abgeschlossen haben und in England wie auch auf dem Kontinent zur Aufführung bringen.
Dorati, jetzt Anfang der 50, ist in Budapest als Sohn einer Musikerfamilie geboren. Sein außerordentliches Talent wurde früh erkannt und gefördert. Am Budapester Konservatorium wurde er Schüler von Bartok und Kodaly, studierte Klavier, Komposition und Dirigieren. Bereits mit 18 Jahren kam er als Kapellmeister an die Budapester Oper, wenig später debütierte er an verschiedenen europäischen Kulturzentren in Oper und Konzert (Dresden, Frankfurt, Brunn, Paris, Barcelona usw.). 22jährig wurde er Assistent von Fritz Busch in Dresden, 1933 nahm er das Angebot an, als musikalischer Direktor des russischen Balletts an der Oper in Monte Carlo zu wirken und schob sich damals bereits in die erste Reihe internationaler Stardirigenten, Von Monte Carlo aus führten ihn Konzertreisen nach London, Barcelona, New York (Metropolitan Opera) und nach Australien.
1941/42 war Dorati Direktor der New Opera Company und übernahm gleichzeitig die Leitung des Ballett-Theaters, mit dem er quer durch die Staaten Gastspiele gab. In diesen Jahren dirigierte Dorati auch zahlreiche Konzerte mit dem National-Sinfonie-Orchester in Washington, den New Yorker Philharmonikern, dem Hollywood Bowl Orchester und dem Minneapolis-Sinfonie Orchester. 1945 wurde das Dallas-Sinfonieorchester reorganisiert, dessen Direktion Dorati übernahm.
Seit 1950 gehört Antal Dorati zu den meistbeschäftigten Reisedirigenten in den USA, Australien und Europa. Besonders mit dem Minneapolis-Sinfonieorchester hat er als Nachfolger Dimitri Mitropoulos' zahlreiche Tourneen unternommen, die ihn auch nach Osteuropa und sogar nach Asien führten. In vielen Ländern hatte man noch nie ein amerikanisches, in manchen überhaupt noch nicht einmal ein Sinfonieorchester gehört. Seinen beispielgebenden Idealismus stellte Dorati mit der Übernahme der künstlerischen Leitung des ungarischen Emigrantenorchesters „Pholharmonia Hungarica" unter Beweis, zu dessen Ehrenpräsidenten er kürzlich ernannt wurde.
Doratis Name ist auf über 130 Langspielplatten zu finden. Bevor er bei Mercury Exklusivdirigent wurde, hatte Dorati bereits bei mehreren Schallplattenfirmen interessante Werke eingespielt, u. a. „Psalmus Hungaricus" von Kodaly, mit Menuhin das Bartok-Violinkonzert, Glasunoffs „Jahreszeiten" u. a. m. Doratis Repertoire bei Mercury umfasst über 90 Langspielplatten, vorwiegend Ballettaufnahmen, Sinfonien und moderne Literatur. Seine Aufnahme der „Ouvertüre 1812" / „Capricco itahen" hat eine selbst für Amerika imposante Auflagenhöhe von über 1 Million erreicht.
Antal Dorati, der seinen Vertrag mit dem Minneapolis-Sinfonieorchester 1960 gelöst hat, um seinen vielen Gast Verpflichtungen besser nachkommen zu können, wird sich vor allem wieder mehr Europa zuwenden. Amerika sieht Dorati nur ungern scheiden, den Dirigenten, von dem die amerikanische Kritik schrieb: „Wenn Dorati dirigiert, steht der Konzertsaal in Flammen."
Antal Dorati zählt zu jenen Musikanten, die sich mit ganzer Seele der Musik verschrieben haben, deren Ziel jedoch nicht in erster Linie nur eine glanzvolle Interpretation, sondern vor allem der idealistische Einsatz, selbst für schwierigste Werke moderner Literatur, ist. Ferner ist Dorati bestrebt, Meisterwerke der Musikliteratur nach Möglichkeit der ganzen Welt in einem gleichbleibenden internationalen Standard zu vermitteln. Sein maßgebliches
Mitwirken am amerikanischen „People to people program" zählt zu den Aufgaben, denen er sich am meisten verbunden fühlt.
Als Chef des Minneapolis-Sinfonieorchesters hat er durch elf Jahre eine stattliche Anzahl Uraufführungen und amerikanische Erstaufführungen geleitet, u. a.: Paul Hindemith „Sinfonia serena" (1948); Walter Piston „Symphonische Suite"; William Schuman „6. Sinfonie"; Ernst Toch „4. Sinfonie"; Paul Tetler „Contraste für Orchester"; Gunter Schuller „Sieben Studien über Themen von Paul Klee"; Roger Sessions „4. Sinfonie"; Walter Piston „4. Sinfonie"; Sandor Veress „Sinfonie"; Charles Edward Ives „Ferien-Sinfonie"; Bela Bartok „Violinkonzert" (mit William Primrose) und im Sommer 1959 bei den Salzburger Festspielen die Uraufführung der Oper „Julietta" von Heimo Erbse.
Eine Aufzahlung seiner Amerika-Premieren würde sich wie ein internationales „Who's Who" ausmachen, 'an dieser Stelle seien nur einige genannt: Alfredo Petrassi: „Konzert für Orchester", Ildebrando Pizetti „Sinfonie in a-moll"; Bela Bartok „Herzog Blaubarts Schloss"; Zoltan Kodaly „Peacock Variationen"; Arnold Schönberg „Modern Psalm" (für Orchester, Chor und Erzähler) und viele andere mehr.
Doratis internationaler Ruhm ist in erster Linie auf seine beispielgebende Dirigententätigkeit begründet, obwohl er auch als Komponist besonders in den USA sehr geschätzt wird. Den nachhaltigsten Erfolg errangen seine dramatische Kantate „Der Kreuzweg", „Die zwei Verzauberungen des Li Tai Pe", das „Cellokonzert" und seine „Erste Sinfonie". Zwei neue größere Werke, die er bereits begonnen hat, möchte er bis Ende des Jahres (1960) abgeschlossen haben und in England wie auch auf dem Kontinent zur Aufführung bringen.
Dorati, jetzt Anfang der 50, ist in Budapest als Sohn einer Musikerfamilie geboren. Sein außerordentliches Talent wurde früh erkannt und gefördert. Am Budapester Konservatorium wurde er Schüler von Bartok und Kodaly, studierte Klavier, Komposition und Dirigieren. Bereits mit 18 Jahren kam er als Kapellmeister an die Budapester Oper, wenig später debütierte er an verschiedenen europäischen Kulturzentren in Oper und Konzert (Dresden, Frankfurt, Brunn, Paris, Barcelona usw.). 22jährig wurde er Assistent von Fritz Busch in Dresden, 1933 nahm er das Angebot an, als musikalischer Direktor des russischen Balletts an der Oper in Monte Carlo zu wirken und schob sich damals bereits in die erste Reihe internationaler Stardirigenten, Von Monte Carlo aus führten ihn Konzertreisen nach London, Barcelona, New York (Metropolitan Opera) und nach Australien.
1941/42 war Dorati Direktor der New Opera Company und übernahm gleichzeitig die Leitung des Ballett-Theaters, mit dem er quer durch die Staaten Gastspiele gab. In diesen Jahren dirigierte Dorati auch zahlreiche Konzerte mit dem National-Sinfonie-Orchester in Washington, den New Yorker Philharmonikern, dem Hollywood Bowl Orchester und dem Minneapolis-Sinfonie Orchester. 1945 wurde das Dallas-Sinfonieorchester reorganisiert, dessen Direktion Dorati übernahm.
Seit 1950 gehört Antal Dorati zu den meistbeschäftigten Reisedirigenten in den USA, Australien und Europa. Besonders mit dem Minneapolis-Sinfonieorchester hat er als Nachfolger Dimitri Mitropoulos' zahlreiche Tourneen unternommen, die ihn auch nach Osteuropa und sogar nach Asien führten. In vielen Ländern hatte man noch nie ein amerikanisches, in manchen überhaupt noch nicht einmal ein Sinfonieorchester gehört. Seinen beispielgebenden Idealismus stellte Dorati mit der Übernahme der künstlerischen Leitung des ungarischen Emigrantenorchesters „Pholharmonia Hungarica" unter Beweis, zu dessen Ehrenpräsidenten er kürzlich ernannt wurde.
Doratis Name ist auf über 130 Langspielplatten zu finden. Bevor er bei Mercury Exklusivdirigent wurde, hatte Dorati bereits bei mehreren Schallplattenfirmen interessante Werke eingespielt, u. a. „Psalmus Hungaricus" von Kodaly, mit Menuhin das Bartok-Violinkonzert, Glasunoffs „Jahreszeiten" u. a. m. Doratis Repertoire bei Mercury umfasst über 90 Langspielplatten, vorwiegend Ballettaufnahmen, Sinfonien und moderne Literatur. Seine Aufnahme der „Ouvertüre 1812" / „Capricco itahen" hat eine selbst für Amerika imposante Auflagenhöhe von über 1 Million erreicht.
Antal Dorati, der seinen Vertrag mit dem Minneapolis-Sinfonieorchester 1960 gelöst hat, um seinen vielen Gast Verpflichtungen besser nachkommen zu können, wird sich vor allem wieder mehr Europa zuwenden. Amerika sieht Dorati nur ungern scheiden, den Dirigenten, von dem die amerikanische Kritik schrieb: „Wenn Dorati dirigiert, steht der Konzertsaal in Flammen."



