Archiv

Gwyneth Jones

Von
Michale Marcus
Erschienen in der Printausgabe im
November 1967
Lesezeit ca.
Minuten

Heute wird von unseren Opernsängern mehr Stilkenntnis und Wendigkeit verlangt als in der Vergangenheit und besonders im sogenannten Goldenen Zeitalter des Gesangs. Mit Ausnahme so seltener Künstlerinnen wie Lilli Lehmann, die als Brünnhilde und als Norma gleich gut war, bewegten sich die Opernstars von früher beharrlich auf einem zwar gutgewählten, aber engen Feld, und wenn sie sich einmal ein Herz fassten und aus diesem Zirkel ausbrachen, war das Ergebnis oft fürchterlich. Erinnert man sich zum Beispiel noch an die Exkursionen so bedeutender Künstler wie der Patti und des de Luca in die Welt der Opern Mozarts, so wird man feststellen müssen, dass ihre Bemühungen -in der Gegenwart nicht mehr honoriert werden würden. Dagegen sind heute ein Sopran oder Bariton, die Partien von Mozart und Beethoven, Verdi, Wagner und Strauss mit gleichem Geschick anpacken, nicht mehr allzu selten, und auch eines der jüngsten Mitglieder der internationalen Sopran-Elite besitzt schon jetzt, im Alter von dreißig Jahren, ein beneidenswert umfangreiches Repertoire und ein perfekt ausgebildetes Stilgefühl.

Gwyneth Jones singt heute Strauss, Wagner, Verdi, Beethoven und Mozart, und während der Proben für ihr Mozart-Debüt als Donna Anna in der Zeffirelli-Produktion des „Don Giovanni" in Londons Covent- Garden-Oper hatte ich die Gelegenheit, mich mit ihr über ihre Karriere und ihre Kunst zu unterhalten. Ich war überrascht, dass sie sich für diese Rolle entschieden hatte — dem ersten Eindruck nach müsste ihr die Elvira besser zu Gesicht stehen. „Aber gar nicht!" widerspricht sie. „Diese Frau sagt mir etwas. Ich kann ihren Charakter klar erkennen, während die Elvira eigentlich etwas schattenhaft bleibt. Ich sehe Anna als eine stolze, aber leidenschaftliche Frau, die nicht eher ruht, bis der Mord an ihrem Vater gerächt ist. Es ist nicht die Verführung durch Don Giovanni, die sie aufgebracht hat. Ja, ich glaube nicht einmal, dass Don Giovanni bei ihr ,Erfolg' gehabt hat, wie einige Kommentatoren annehmen. Aber bestimmt fühlt sie sich in ihrer Ehre und Würde tief verletzt ... Das ist ein interessanter Charakter, für mich reizvoller als die Elvira. Und Mozart: schwierig zu singen, aber ich finde, es tut der Stimme ungemein gut." Für einen Augenblick kam in der Hitze der Unterhaltung ihr walisischer Akzent zum Vorschein.

Gwyneth Jones hatte nicht schon als Kind davon geträumt, Sängerin oder gar eine Primadonna zu werden. Als gebürtiger Waliserin war ihr das Singen von Kindesbeinen an eine Selbstverständlichkeit. Sie war zufrieden, in Örtlichen Chören und „harmony groups" mitsingen zu können. Dort entdeckte sie eines Tages ein Dirigent und empfahl ihr dringend, sich die Stimme ausbilden zu lassen. Daraufhin bewarb sie sich um einen Studienplatz am Royal College of Music und wurde aufgenommen. In den nächsten drei Jahren, in denen sie die meisten einschlägigen Wettbewerbe gewann, schenkte sie der Oper noch wenig Beachtung und konzentrierte sich auf das Oratorium. Erst in ihrem vierten Studienjahr ging sie in die Opernschule des College und war sofort von der ganzen Atmosphäre — „vom Spielen, von den Kostümen und überhaupt von allem" — fasziniert. Damals war sie noch ein Mezzosopran, erst als sie zur Zürcher Internationalen Opernschule in die Schweiz überwechselte, merkte sie, dass ihre Stimme höher und höher ging. Man riet ihr, auf Sopran umzuschulen.

Bei diesem nicht ganz risikolosen Wechsel gab ihr Maria Carpi in Genf die entscheidende Hilfestellung. Bald darauf gab Gwyneth Jones dann am Zürcher Opernhaus ihr Sopran-Debüt in der Rolle der Amelia im „Maskenball", der einzigen Rolle, die sie in ihrem neuen Fach beherrschte.

Aber da sie glücklicherweise leicht lernt und auch hart arbeiten kann, hatte sie sich bald eine beachtliche Zahl weiterer Rollen angeeignet. Nach diesem Schweizer Intermezzo ermöglichten ihr Engagements bei der Welsh National Opera, in Rollen wie der Beethoven-Leonore und der Lady Macbeth Bühnenerfahrung zu sammeln. Ihr Ruf vergrößerte sich dadurch sehr schnell, es sprach sich herum, dass eine neue und packende Stimme von Format auf der englischen Opernbühne aufgetaucht war. Dann, im Oktober 1964, kam auch für sie die berühmte „große Chance": Sie übernahm in der letzten der fünf Fidelio-Aufführungen, mit denen Covent Garden seine Saison eröffnete, die Titelrolle von Regine Crespin — eine kapitale Feuerprobe, auch wenn man die Rolle schon gesungen hat.

Ich fragte, ob sie tatsächlich, wie man sich erzählte, die Aufgabe ohne auch nur eine einzige Probe übernommen habe. „Ja, das stimmt. Aber ich dachte mir, dass ich da nicht nein sagen könnte. Es war eine zu große Chance. Ich kannte die Rolle und meinte, dass ich es schon schaffen würde." Sie schaffte es — mit einem so großen Erfolg, dass ihr nach einem plötzlichen Rücktritt von Leontyne Price das Angebot gemacht wurde, deren Rolle in einer geplanten Visconti-Inszenierung des „Troubadour" zu übernehmen. Damit war Gwyneth Jones endgültig zur internationalen Spitzengruppe durchgestoßen, und seitdem hat ihr Weg sie an fast alle größeren Opernhäuser der Welt geführt (nur die Met steht noch aus), und ihr Terminkalender ist ständig randvoll. „Ich liebe dieses Leben", sagt sie. „Obwohl ich mir nicht habe träumen lassen, dass es einmal so verlaufen wird, würde ich um nichts in der Welt mehr tauschen wollen. Ich singe nach wie vor gerne, jede neue Rolle ist für mich eine Herausforderung, der ich mich stelle." 1968 soll sie in der Wiener Neuinszenierung des „Rosenkavalier" unter Bernstein singen. „Ich mag den Octavian. Es ist eine Rolle, die Spaß macht, denn Octavian ist immer da, wo viel los ist." ich fragte sie. ob sie, da ihr Repertoire sowohl deutsche als auch italienische Rollen umfasst, viele Schwierigkeiten mit der Sprache habe- „Nein, überhaupt nicht. Vielleicht hilft mir meine walisische Herkunft dabei ein bisschen. Abgesehen davon versuche ich, jede Facette eines Charakters zu erforschen, und meine, dass man dies nur tun kann, wenn man die Rolle in der Originalsprache studiert." Als die Sprache auf das alte und besonders in England vieldiskutierte Thema der Oper in der Landessprache kommt, wird sie energisch: „Ich bin ganz entschieden dagegen. Wie kann die Musik überhaupt richtig aufgefasst werden, wenn die gesungenen Worte nicht diejenigen sind, für die sie geschrieben wurden. Abgesehen davon hilft das Original auch noch dramatisch, weil der Sänger sich ganz in die Rolle versenken kann. Die Bedeutung jedes Wortes zu kennen ist ebenso wichtig wie genaue Partiturkenntnis."

Tatsächlich scheint Gwyneth Jones auf der Bühne völlig von ihrer Rolle absorbiert. „Aber natürlich! So sehr, dass ich, wenn ich auf der Bühne stehe, meine Kollegen nicht als andere Sänger sehe, sondern sie für mich die Leute sind, die sie verkörpern. Ich sage mir zum Beispiel nicht, dass da James King oder Jon Vickers stehen, sondern es ist Florestan." Und die Kritiker? „Mich stören Kritiker nicht. Sie haben einen Job, und gelegentlich finde ich ihre Äußerungen sogar recht hilfreich. Auch wenn die Kritik negativ ausfällt, ist sie annehmbar, solange man merkt, dass der Schreiber etwas von der Sache versteht und nicht aus Böswilligkeit oder Unwissenheit dummes Zeug redet. Andererseits weiß ein Sänger im allgemeinen recht genau, ob er gut oder schlecht war."

Bis jetzt haben Schallplattenaufnahmen noch keine besonders große Rolle Im Leben der Gwyneth Jones gespielt. „Von mir ist bis jetzt eine Recital-Platte herausgekommen. Ich hoffe, mit Lamberto Gardelli die Medea aufnehmen zu können, und ich glaube, dass auch der Wiener Rosenkavalier aufgenommen wird. Es würde mich freuen, noch eine Menge zu tun zu bekommen."

Was hält die Zukunft für eine Sängerin bereit, der die Opernbesucher aus aller Welt schon heute zu Füßen liegen? „Neue interessante Aufgaben. Als nächstes die Aida in der Londoner Neuinszenierung 1968. Andere Rollen, die ich zu spielen hoffe, sind die Tosca und die Leonore aus Verdis .Macht des Schicksals'. Vielleicht werde ich auch Brünnhilde und Isolde in Angriff nehmen. Die Isolde ist meine Traumrolle. Wieland Wagner hatte mich schon gefragt, ob ich nicht die Brünnhilde singen wolle. Aber ich will es für mindestens die nächsten zehn Jahre noch nicht tun. Wagner takes all your energy."

Gwyneth Jones ist eine stolze, entschiedene und zufriedene Künstlerin, die in ihrer Arbeit aufgeht. „Ich bin glücklich, genau das machen zu können, was ich möchte. Dieses Leben gefällt mir, und ich möchte nichts anderes als singen." Wer sie hört, wird ebenfalls kaum wollen, dass Gwyneth Jones jemals etwas anderes macht.

Heute wird von unseren Opernsängern mehr Stilkenntnis und Wendigkeit verlangt als in der Vergangenheit und besonders im sogenannten Goldenen Zeitalter des Gesangs. Mit Ausnahme so seltener Künstlerinnen wie Lilli Lehmann, die als Brünnhilde und als Norma gleich gut war, bewegten sich die Opernstars von früher beharrlich auf einem zwar gutgewählten, aber engen Feld, und wenn sie sich einmal ein Herz fassten und aus diesem Zirkel ausbrachen, war das Ergebnis oft fürchterlich. Erinnert man sich zum Beispiel noch an die Exkursionen so bedeutender Künstler wie der Patti und des de Luca in die Welt der Opern Mozarts, so wird man feststellen müssen, dass ihre Bemühungen -in der Gegenwart nicht mehr honoriert werden würden. Dagegen sind heute ein Sopran oder Bariton, die Partien von Mozart und Beethoven, Verdi, Wagner und Strauss mit gleichem Geschick anpacken, nicht mehr allzu selten, und auch eines der jüngsten Mitglieder der internationalen Sopran-Elite besitzt schon jetzt, im Alter von dreißig Jahren, ein beneidenswert umfangreiches Repertoire und ein perfekt ausgebildetes Stilgefühl.

Gwyneth Jones singt heute Strauss, Wagner, Verdi, Beethoven und Mozart, und während der Proben für ihr Mozart-Debüt als Donna Anna in der Zeffirelli-Produktion des „Don Giovanni" in Londons Covent- Garden-Oper hatte ich die Gelegenheit, mich mit ihr über ihre Karriere und ihre Kunst zu unterhalten. Ich war überrascht, dass sie sich für diese Rolle entschieden hatte — dem ersten Eindruck nach müsste ihr die Elvira besser zu Gesicht stehen. „Aber gar nicht!" widerspricht sie. „Diese Frau sagt mir etwas. Ich kann ihren Charakter klar erkennen, während die Elvira eigentlich etwas schattenhaft bleibt. Ich sehe Anna als eine stolze, aber leidenschaftliche Frau, die nicht eher ruht, bis der Mord an ihrem Vater gerächt ist. Es ist nicht die Verführung durch Don Giovanni, die sie aufgebracht hat. Ja, ich glaube nicht einmal, dass Don Giovanni bei ihr ,Erfolg' gehabt hat, wie einige Kommentatoren annehmen. Aber bestimmt fühlt sie sich in ihrer Ehre und Würde tief verletzt ... Das ist ein interessanter Charakter, für mich reizvoller als die Elvira. Und Mozart: schwierig zu singen, aber ich finde, es tut der Stimme ungemein gut." Für einen Augenblick kam in der Hitze der Unterhaltung ihr walisischer Akzent zum Vorschein.

Gwyneth Jones hatte nicht schon als Kind davon geträumt, Sängerin oder gar eine Primadonna zu werden. Als gebürtiger Waliserin war ihr das Singen von Kindesbeinen an eine Selbstverständlichkeit. Sie war zufrieden, in Örtlichen Chören und „harmony groups" mitsingen zu können. Dort entdeckte sie eines Tages ein Dirigent und empfahl ihr dringend, sich die Stimme ausbilden zu lassen. Daraufhin bewarb sie sich um einen Studienplatz am Royal College of Music und wurde aufgenommen. In den nächsten drei Jahren, in denen sie die meisten einschlägigen Wettbewerbe gewann, schenkte sie der Oper noch wenig Beachtung und konzentrierte sich auf das Oratorium. Erst in ihrem vierten Studienjahr ging sie in die Opernschule des College und war sofort von der ganzen Atmosphäre — „vom Spielen, von den Kostümen und überhaupt von allem" — fasziniert. Damals war sie noch ein Mezzosopran, erst als sie zur Zürcher Internationalen Opernschule in die Schweiz überwechselte, merkte sie, dass ihre Stimme höher und höher ging. Man riet ihr, auf Sopran umzuschulen.

Bei diesem nicht ganz risikolosen Wechsel gab ihr Maria Carpi in Genf die entscheidende Hilfestellung. Bald darauf gab Gwyneth Jones dann am Zürcher Opernhaus ihr Sopran-Debüt in der Rolle der Amelia im „Maskenball", der einzigen Rolle, die sie in ihrem neuen Fach beherrschte.

Aber da sie glücklicherweise leicht lernt und auch hart arbeiten kann, hatte sie sich bald eine beachtliche Zahl weiterer Rollen angeeignet. Nach diesem Schweizer Intermezzo ermöglichten ihr Engagements bei der Welsh National Opera, in Rollen wie der Beethoven-Leonore und der Lady Macbeth Bühnenerfahrung zu sammeln. Ihr Ruf vergrößerte sich dadurch sehr schnell, es sprach sich herum, dass eine neue und packende Stimme von Format auf der englischen Opernbühne aufgetaucht war. Dann, im Oktober 1964, kam auch für sie die berühmte „große Chance": Sie übernahm in der letzten der fünf Fidelio-Aufführungen, mit denen Covent Garden seine Saison eröffnete, die Titelrolle von Regine Crespin — eine kapitale Feuerprobe, auch wenn man die Rolle schon gesungen hat.

Ich fragte, ob sie tatsächlich, wie man sich erzählte, die Aufgabe ohne auch nur eine einzige Probe übernommen habe. „Ja, das stimmt. Aber ich dachte mir, dass ich da nicht nein sagen könnte. Es war eine zu große Chance. Ich kannte die Rolle und meinte, dass ich es schon schaffen würde." Sie schaffte es — mit einem so großen Erfolg, dass ihr nach einem plötzlichen Rücktritt von Leontyne Price das Angebot gemacht wurde, deren Rolle in einer geplanten Visconti-Inszenierung des „Troubadour" zu übernehmen. Damit war Gwyneth Jones endgültig zur internationalen Spitzengruppe durchgestoßen, und seitdem hat ihr Weg sie an fast alle größeren Opernhäuser der Welt geführt (nur die Met steht noch aus), und ihr Terminkalender ist ständig randvoll. „Ich liebe dieses Leben", sagt sie. „Obwohl ich mir nicht habe träumen lassen, dass es einmal so verlaufen wird, würde ich um nichts in der Welt mehr tauschen wollen. Ich singe nach wie vor gerne, jede neue Rolle ist für mich eine Herausforderung, der ich mich stelle." 1968 soll sie in der Wiener Neuinszenierung des „Rosenkavalier" unter Bernstein singen. „Ich mag den Octavian. Es ist eine Rolle, die Spaß macht, denn Octavian ist immer da, wo viel los ist." ich fragte sie. ob sie, da ihr Repertoire sowohl deutsche als auch italienische Rollen umfasst, viele Schwierigkeiten mit der Sprache habe- „Nein, überhaupt nicht. Vielleicht hilft mir meine walisische Herkunft dabei ein bisschen. Abgesehen davon versuche ich, jede Facette eines Charakters zu erforschen, und meine, dass man dies nur tun kann, wenn man die Rolle in der Originalsprache studiert." Als die Sprache auf das alte und besonders in England vieldiskutierte Thema der Oper in der Landessprache kommt, wird sie energisch: „Ich bin ganz entschieden dagegen. Wie kann die Musik überhaupt richtig aufgefasst werden, wenn die gesungenen Worte nicht diejenigen sind, für die sie geschrieben wurden. Abgesehen davon hilft das Original auch noch dramatisch, weil der Sänger sich ganz in die Rolle versenken kann. Die Bedeutung jedes Wortes zu kennen ist ebenso wichtig wie genaue Partiturkenntnis."

Tatsächlich scheint Gwyneth Jones auf der Bühne völlig von ihrer Rolle absorbiert. „Aber natürlich! So sehr, dass ich, wenn ich auf der Bühne stehe, meine Kollegen nicht als andere Sänger sehe, sondern sie für mich die Leute sind, die sie verkörpern. Ich sage mir zum Beispiel nicht, dass da James King oder Jon Vickers stehen, sondern es ist Florestan." Und die Kritiker? „Mich stören Kritiker nicht. Sie haben einen Job, und gelegentlich finde ich ihre Äußerungen sogar recht hilfreich. Auch wenn die Kritik negativ ausfällt, ist sie annehmbar, solange man merkt, dass der Schreiber etwas von der Sache versteht und nicht aus Böswilligkeit oder Unwissenheit dummes Zeug redet. Andererseits weiß ein Sänger im allgemeinen recht genau, ob er gut oder schlecht war."

Bis jetzt haben Schallplattenaufnahmen noch keine besonders große Rolle Im Leben der Gwyneth Jones gespielt. „Von mir ist bis jetzt eine Recital-Platte herausgekommen. Ich hoffe, mit Lamberto Gardelli die Medea aufnehmen zu können, und ich glaube, dass auch der Wiener Rosenkavalier aufgenommen wird. Es würde mich freuen, noch eine Menge zu tun zu bekommen."

Was hält die Zukunft für eine Sängerin bereit, der die Opernbesucher aus aller Welt schon heute zu Füßen liegen? „Neue interessante Aufgaben. Als nächstes die Aida in der Londoner Neuinszenierung 1968. Andere Rollen, die ich zu spielen hoffe, sind die Tosca und die Leonore aus Verdis .Macht des Schicksals'. Vielleicht werde ich auch Brünnhilde und Isolde in Angriff nehmen. Die Isolde ist meine Traumrolle. Wieland Wagner hatte mich schon gefragt, ob ich nicht die Brünnhilde singen wolle. Aber ich will es für mindestens die nächsten zehn Jahre noch nicht tun. Wagner takes all your energy."

Gwyneth Jones ist eine stolze, entschiedene und zufriedene Künstlerin, die in ihrer Arbeit aufgeht. „Ich bin glücklich, genau das machen zu können, was ich möchte. Dieses Leben gefällt mir, und ich möchte nichts anderes als singen." Wer sie hört, wird ebenfalls kaum wollen, dass Gwyneth Jones jemals etwas anderes macht.