In memoriam Helge Rosvaenge
Eine umfangreiche Dokumentation des Sängers ist in Vorbereitung

Ungezählte Male ist er als tragischer Opernheld den Bühnentod gestorben; am 19. Juni dieses Jahres, kurz vor seinem fünfundsiebzigsten Geburtstag, ist aus dem Spiel Wahrheit geworden, Helge Rosvaenge, einstmals der vergötterte Tenor des deutschen Opernpublikums, ist nicht mehr. Für seine Freunde kam dieses Scheiden überraschend und unerwartet, denn diesem „Adenauer der Tenöre“ (so hat er sich gelegentlich selbst bezeichnet) hätte man noch eine beträchtliche Lebensspanne zugemutet. Galt er doch in unseren Augen als Symbol des Überdauerns und der Unverwüstlichkeit.
Rosvaenge gehörte jener Generation von Sängern an, die in schwerer Zeit - in den Vorkriegs-, Kriegs- und Nachkriegsjahren - ihr Bestes gaben und denen niemals richtig Dank und materielle Vergütung zuteil geworden ist. Als ein „allzeit Getreuer“ stand er oft mehrmals in einer Woche, zeitweilig sogar tagtäglich auf der Opernbühne, sich stets ohne Selbstschonung und Rücksichtnahme bis zum Letzten verausgabend. Um die Zeit, als er sich allmählich aus der großen Opernwelt zurückzuziehen begann (Ende der 50er Jahre) brach eine neue Musikära an: die Wohlstandsphase des Kunstgesangs, das Zeitalter der lukrativen Gagen und der sparsamen Stimmen. In dieser Kunststoffwelt der sängerischen Impotenz und der damit verbundenen tontechnischen Manipulation hätte eine so pralle, vitale Künstlernatur wie Rosvaenge keine Befriedigung gefunden. Oft hat man versucht, sein Urteil über gewisse sängerische Erscheinungen unserer Zeit zu erfahren - doch bekanntlich befleißigte sich Rosvaenge gerade in diesem Punkt einer vornehm-diplomatischen Zurückhaltung. Der Grundsatz „nil nisi bene“ dürfte von ihm insbesondere auf die Lebendigen angewendet worden sein - zumindest nach außen hin. Was er aber empfunden haben mag, wenn er etwa die neue Hugenotten-Aufnahme hörte und den Part des Raoul mit einer Fistelstimme besetzt vorfand - wer mag dies ermessen?
Rosvaenge gehörte einer anderen, unkomplizierteren und in vielem ehrlicheren Gesangsepoche an, in der einzig allein das Können und der Grad der künstlerischen Potenz für die Laufbahn ausschlaggebend war. Er lebte sein arbeits- und wechselreiches Künstlerleben, verwöhnt von der Anhänglichkeit seines Publikums, und verwendete viel zu wenig Zeit darauf, für sich selbst, sein Dasein und seinen Lebensabend zu sorgen. Im letzten Abschnitt seines Lebens ist ihm manch herber Beweis gröbsten Undanks zuteil geworden, und es wäre falsche Pietät, dies zu verschweigen. Bei keinem der großen Opernhäuser, bei denen er so lange gedient hat (etwa in Wien seit 1927), vermochte er mit seinen Pensionsansprüchen durchzudringen, als einziges blieb ihm eine Art Gnadenrente, die er aus Ostberlin bezog.
Immer wieder kam er nach Wien und ersuchte wenigstens um die Gelegenheit einer Abschiedsvorstellung - man hat sie ihm nicht gewährt. Doch Rosvaenges ausgeglichenem Temperament und seiner unbeugsam optimistischen Lebenshaltung konnten diese Misshelligkeiten nichts ernstlich anhaben. Seine wahre ideelle Anerkennung fand er in der Liebe und Zuneigung seines Publikums. Kaum ein anderer Sänger seiner Ära hatte eine so weit verbreitete, treu verschworene „Gemeinde“ wie Helge Rosvaenge. Diese Verbundenheit mit einem großen Publikumskreis (unter dem sich bis zuletzt überraschend viel Jugend befand) brachte es mit sich, dass der Sänger niemals richtig abtreten konnte. Auch in seinen letzten Lebensjahren ist Rosvaenge immer wieder zu kleineren und größeren Gelegenheiten in Erscheinung getreten: im Rahmen von Konzerten, Opern-, Operettenaufführungen, TV-Sendungen. Stets hat er durch die ungebrochene Kraft seiner Stimme und seines künstlerischen Willens beeindruckt.

Es waren vor allem zwei gewichtige Grundvoraussetzungen, die ihm die so unglaublich lange Wirkungszeit von rund 50 Jahren ermöglichten: Zunächst eine Physis von bewundernswerter Widerstandsfähigkeit, Rosvaenge war im Grunde eine ausgesprochen kühle Natur, und das Temperament, das er auf der Bühne zur Entzündung brachte, war vergleichbar mit kaltem Feuer. Ruhe und Besonnenheit stand hinter jeder seiner gesanglichen Explosionen. Abgesehen von dieser kerngesunden, geistig und körperlich felsenfesten Kondition verfügte Rosvaenge noch über eine weitere überragende Eigenschaft, eine souveräne Stimmbeherrschung, eine Gesangskunst von seltener Perfektion. Die technische Komponente seines Singens hat er vor allem in der späten Ära seines Wirkens, als der natürliche Glanz und Klang der Stimme bereits im Abnehmen begriffen war, noch um ein Bedeutendes sublimiert.
Wie es Rosvaenge gelungen ist, nach dem Zweiten Weltkrieg gleichsam noch einmal von vorne anzufangen, wie er sich 1963 mit seinem Konzert in der Carnegie Hall das amerikanische Publikum eroberte - das wird als ein Triumph des künstlerischen Willens unvergessen in der Geschichte der Gesangskunst bleiben. In einem Alter, in dem andere Sänger sich längst dem Fischen oder Rosenzüchten widmen, riss er die Zuhörer als Manrico, Canio, Richard zu Enthusiasmus hin. Rosvaenge hat sein reiches Wissen über gesangstechnische Fragen in seinem „Leitfaden für Gesangsbeflissene“ (München, Obpacher, 1964) dargelegt, einem kleinen, launig geschriebenen Werk, das an Substanz jedoch so mancher tiefgründiger Abhandlung überlegen ist. Auch in seinem Memoirenwerk „Lache Bajazzo“ (später unter dem Titel „Mach es besser, mein Sohn!“ in erweiterter Fassung) finden sich wertvolle Hinweise und Anmerkungen für alle an Gesangsfragen Interessierten. Auf Rosvaenges außerordentliche Kompetenz als Gesangs-Techniker kann nicht nachdrücklich genug hingewiesen werden, denn von Anbeginn seiner Laufbahn an sind gerade über diesen Punkt die verschiedenartigsten Meinungen und Urteile zu hören gewesen. Im allgemeinen lässt sich dazu sagen, dass in diesem Fall die Kritik vermutlich das Methodische mit dem Stilistischen verwechselt hat. Was nämlich den stilistischen Teil seines Singens betrifft, so war strenge Kritik mitunter nur allzu berechtigt. Die Leidenschaftlichkeit seines Gesangs wirkte in manchen Fällen (besonders auf Schallplatten) etwas forciert, und oft genug setzte er sich über gewisse gesangsästhetische Grundbegriffe hinweg.
Möglicherweise war dieser Mangel an künstlerischer Disziplin ein Anhängsel seiner Provinzjahre, während der er kaum Gelegenheit hatte, sich an großen Vorbildern zu schulen. So umgab ihn sogar als Sänger von Weltbedeutung noch immer ein Hauch von Neu-Strelitz: in der etwas selbstgefälligen Attitüde seines Singens, im absichtlichen „Anstemmen“ von exponierten Tönen, im dicken Auftragen emotioneller Zutaten. So bewundernswert Rosvaenge als sängerische Erscheinung gelten mag - als Gesangs-Ästhetiker ist er auf einer niedrigeren Entwicklungsstufe stehengeblieben. Freilich hatte ein Künstler seines Ranges dem so viele glückliche Eigenschaften entgegenzustellen, dass dieser Mangel nicht ernstlich ins Gewicht fallen konnte. Seine Intensität der Darstellung, der strahlende Klang seiner flexiblen, umfangreichen Stimme erheben ihn für alle Zeiten in die Ehrengarde der „Unsterblichen“ der Gesangskunst.
Die Aufnahmen Helge Rosvaenges zählen zu den echten Evergreens der Schallplatte. Immer wieder erschienen Zusammenstellungen der alten Aufnahmen in neuer Verbesserung - in jüngster Zeit sogar in zunehmendem Maße. Eine empfehlenswerte Billigpreis-Erscheinung ist das Doppelalbum „Freunde, vernehmet die Geschichte“ (Dacapo 1 C 147-29240/1), das einen guten Querschnitt aus des Sängers Wirken im Opern- und Operettenfach bietet. Wichtig sind auch die Gesamteinspielungen von Opern (Rigoletto, Die sizilianische Vesper, Bajazzo u. a.), in denen Rosvaenge in Hauptrollen beschäftigt ist und die zumindest von Zeit zu Zeit immer wieder erhältlich sind. Ein interessantes Potpourri bietet auch die Electrola-Platte „Die goldene Stimme“ (E 73382). Ebenso wie hier erzählt der Künstler sein Leben auf der Preiser-Kassette PR 3126/7. Bei Preiser sind weiterhin auch noch zwei bemerkenswerte Rosvaenge-Dokumente erhältlich: die Mitschnitte der Konzerte in Wien 1959 (Pr 3058) und New York, Carnegie Hall 1963 (Pr 3105). Überhaupt sehen Preiserrecords für die Serie „Lebendige Vergangenheit“ ein Projekt vor, das den Rosvaenge-Verehrern sicherlich hochwillkommen sein wird: die Gesamt-Edition aller Platteneinspielungen Rosvaenges in einer Serie von LV-Platten (die erste Folge ist unter LV 43 bereits erschienen), sowie die erstmalige Plattenveröffentlichung der wertvollen Tonbänder aus dem Archiv des Reichsrundfunks (darunter eine Gesamtaufnahme des Requiems von Verdi, Ausschnitte aus Aida, Othello usw.). Auf diese Weise wird Rosvaenge uns auch posthum noch manche festliche Überraschung bescheren.
Ungezählte Male ist er als tragischer Opernheld den Bühnentod gestorben; am 19. Juni dieses Jahres, kurz vor seinem fünfundsiebzigsten Geburtstag, ist aus dem Spiel Wahrheit geworden, Helge Rosvaenge, einstmals der vergötterte Tenor des deutschen Opernpublikums, ist nicht mehr. Für seine Freunde kam dieses Scheiden überraschend und unerwartet, denn diesem „Adenauer der Tenöre“ (so hat er sich gelegentlich selbst bezeichnet) hätte man noch eine beträchtliche Lebensspanne zugemutet. Galt er doch in unseren Augen als Symbol des Überdauerns und der Unverwüstlichkeit.
Rosvaenge gehörte jener Generation von Sängern an, die in schwerer Zeit - in den Vorkriegs-, Kriegs- und Nachkriegsjahren - ihr Bestes gaben und denen niemals richtig Dank und materielle Vergütung zuteil geworden ist. Als ein „allzeit Getreuer“ stand er oft mehrmals in einer Woche, zeitweilig sogar tagtäglich auf der Opernbühne, sich stets ohne Selbstschonung und Rücksichtnahme bis zum Letzten verausgabend. Um die Zeit, als er sich allmählich aus der großen Opernwelt zurückzuziehen begann (Ende der 50er Jahre) brach eine neue Musikära an: die Wohlstandsphase des Kunstgesangs, das Zeitalter der lukrativen Gagen und der sparsamen Stimmen. In dieser Kunststoffwelt der sängerischen Impotenz und der damit verbundenen tontechnischen Manipulation hätte eine so pralle, vitale Künstlernatur wie Rosvaenge keine Befriedigung gefunden. Oft hat man versucht, sein Urteil über gewisse sängerische Erscheinungen unserer Zeit zu erfahren - doch bekanntlich befleißigte sich Rosvaenge gerade in diesem Punkt einer vornehm-diplomatischen Zurückhaltung. Der Grundsatz „nil nisi bene“ dürfte von ihm insbesondere auf die Lebendigen angewendet worden sein - zumindest nach außen hin. Was er aber empfunden haben mag, wenn er etwa die neue Hugenotten-Aufnahme hörte und den Part des Raoul mit einer Fistelstimme besetzt vorfand - wer mag dies ermessen?
Rosvaenge gehörte einer anderen, unkomplizierteren und in vielem ehrlicheren Gesangsepoche an, in der einzig allein das Können und der Grad der künstlerischen Potenz für die Laufbahn ausschlaggebend war. Er lebte sein arbeits- und wechselreiches Künstlerleben, verwöhnt von der Anhänglichkeit seines Publikums, und verwendete viel zu wenig Zeit darauf, für sich selbst, sein Dasein und seinen Lebensabend zu sorgen. Im letzten Abschnitt seines Lebens ist ihm manch herber Beweis gröbsten Undanks zuteil geworden, und es wäre falsche Pietät, dies zu verschweigen. Bei keinem der großen Opernhäuser, bei denen er so lange gedient hat (etwa in Wien seit 1927), vermochte er mit seinen Pensionsansprüchen durchzudringen, als einziges blieb ihm eine Art Gnadenrente, die er aus Ostberlin bezog.
Immer wieder kam er nach Wien und ersuchte wenigstens um die Gelegenheit einer Abschiedsvorstellung - man hat sie ihm nicht gewährt. Doch Rosvaenges ausgeglichenem Temperament und seiner unbeugsam optimistischen Lebenshaltung konnten diese Misshelligkeiten nichts ernstlich anhaben. Seine wahre ideelle Anerkennung fand er in der Liebe und Zuneigung seines Publikums. Kaum ein anderer Sänger seiner Ära hatte eine so weit verbreitete, treu verschworene „Gemeinde“ wie Helge Rosvaenge. Diese Verbundenheit mit einem großen Publikumskreis (unter dem sich bis zuletzt überraschend viel Jugend befand) brachte es mit sich, dass der Sänger niemals richtig abtreten konnte. Auch in seinen letzten Lebensjahren ist Rosvaenge immer wieder zu kleineren und größeren Gelegenheiten in Erscheinung getreten: im Rahmen von Konzerten, Opern-, Operettenaufführungen, TV-Sendungen. Stets hat er durch die ungebrochene Kraft seiner Stimme und seines künstlerischen Willens beeindruckt.

Es waren vor allem zwei gewichtige Grundvoraussetzungen, die ihm die so unglaublich lange Wirkungszeit von rund 50 Jahren ermöglichten: Zunächst eine Physis von bewundernswerter Widerstandsfähigkeit, Rosvaenge war im Grunde eine ausgesprochen kühle Natur, und das Temperament, das er auf der Bühne zur Entzündung brachte, war vergleichbar mit kaltem Feuer. Ruhe und Besonnenheit stand hinter jeder seiner gesanglichen Explosionen. Abgesehen von dieser kerngesunden, geistig und körperlich felsenfesten Kondition verfügte Rosvaenge noch über eine weitere überragende Eigenschaft, eine souveräne Stimmbeherrschung, eine Gesangskunst von seltener Perfektion. Die technische Komponente seines Singens hat er vor allem in der späten Ära seines Wirkens, als der natürliche Glanz und Klang der Stimme bereits im Abnehmen begriffen war, noch um ein Bedeutendes sublimiert.
Wie es Rosvaenge gelungen ist, nach dem Zweiten Weltkrieg gleichsam noch einmal von vorne anzufangen, wie er sich 1963 mit seinem Konzert in der Carnegie Hall das amerikanische Publikum eroberte - das wird als ein Triumph des künstlerischen Willens unvergessen in der Geschichte der Gesangskunst bleiben. In einem Alter, in dem andere Sänger sich längst dem Fischen oder Rosenzüchten widmen, riss er die Zuhörer als Manrico, Canio, Richard zu Enthusiasmus hin. Rosvaenge hat sein reiches Wissen über gesangstechnische Fragen in seinem „Leitfaden für Gesangsbeflissene“ (München, Obpacher, 1964) dargelegt, einem kleinen, launig geschriebenen Werk, das an Substanz jedoch so mancher tiefgründiger Abhandlung überlegen ist. Auch in seinem Memoirenwerk „Lache Bajazzo“ (später unter dem Titel „Mach es besser, mein Sohn!“ in erweiterter Fassung) finden sich wertvolle Hinweise und Anmerkungen für alle an Gesangsfragen Interessierten. Auf Rosvaenges außerordentliche Kompetenz als Gesangs-Techniker kann nicht nachdrücklich genug hingewiesen werden, denn von Anbeginn seiner Laufbahn an sind gerade über diesen Punkt die verschiedenartigsten Meinungen und Urteile zu hören gewesen. Im allgemeinen lässt sich dazu sagen, dass in diesem Fall die Kritik vermutlich das Methodische mit dem Stilistischen verwechselt hat. Was nämlich den stilistischen Teil seines Singens betrifft, so war strenge Kritik mitunter nur allzu berechtigt. Die Leidenschaftlichkeit seines Gesangs wirkte in manchen Fällen (besonders auf Schallplatten) etwas forciert, und oft genug setzte er sich über gewisse gesangsästhetische Grundbegriffe hinweg.
Möglicherweise war dieser Mangel an künstlerischer Disziplin ein Anhängsel seiner Provinzjahre, während der er kaum Gelegenheit hatte, sich an großen Vorbildern zu schulen. So umgab ihn sogar als Sänger von Weltbedeutung noch immer ein Hauch von Neu-Strelitz: in der etwas selbstgefälligen Attitüde seines Singens, im absichtlichen „Anstemmen“ von exponierten Tönen, im dicken Auftragen emotioneller Zutaten. So bewundernswert Rosvaenge als sängerische Erscheinung gelten mag - als Gesangs-Ästhetiker ist er auf einer niedrigeren Entwicklungsstufe stehengeblieben. Freilich hatte ein Künstler seines Ranges dem so viele glückliche Eigenschaften entgegenzustellen, dass dieser Mangel nicht ernstlich ins Gewicht fallen konnte. Seine Intensität der Darstellung, der strahlende Klang seiner flexiblen, umfangreichen Stimme erheben ihn für alle Zeiten in die Ehrengarde der „Unsterblichen“ der Gesangskunst.
Die Aufnahmen Helge Rosvaenges zählen zu den echten Evergreens der Schallplatte. Immer wieder erschienen Zusammenstellungen der alten Aufnahmen in neuer Verbesserung - in jüngster Zeit sogar in zunehmendem Maße. Eine empfehlenswerte Billigpreis-Erscheinung ist das Doppelalbum „Freunde, vernehmet die Geschichte“ (Dacapo 1 C 147-29240/1), das einen guten Querschnitt aus des Sängers Wirken im Opern- und Operettenfach bietet. Wichtig sind auch die Gesamteinspielungen von Opern (Rigoletto, Die sizilianische Vesper, Bajazzo u. a.), in denen Rosvaenge in Hauptrollen beschäftigt ist und die zumindest von Zeit zu Zeit immer wieder erhältlich sind. Ein interessantes Potpourri bietet auch die Electrola-Platte „Die goldene Stimme“ (E 73382). Ebenso wie hier erzählt der Künstler sein Leben auf der Preiser-Kassette PR 3126/7. Bei Preiser sind weiterhin auch noch zwei bemerkenswerte Rosvaenge-Dokumente erhältlich: die Mitschnitte der Konzerte in Wien 1959 (Pr 3058) und New York, Carnegie Hall 1963 (Pr 3105). Überhaupt sehen Preiserrecords für die Serie „Lebendige Vergangenheit“ ein Projekt vor, das den Rosvaenge-Verehrern sicherlich hochwillkommen sein wird: die Gesamt-Edition aller Platteneinspielungen Rosvaenges in einer Serie von LV-Platten (die erste Folge ist unter LV 43 bereits erschienen), sowie die erstmalige Plattenveröffentlichung der wertvollen Tonbänder aus dem Archiv des Reichsrundfunks (darunter eine Gesamtaufnahme des Requiems von Verdi, Ausschnitte aus Aida, Othello usw.). Auf diese Weise wird Rosvaenge uns auch posthum noch manche festliche Überraschung bescheren.



