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„Bewahren und offenbleiben!“

Von
FONO FORUM Redaktion
Erschienen in der Printausgabe im
November 1972
Lesezeit ca.
…
Minuten

„Es ist ein herrlicher Zustand!“ Eugen Jochum strahlt. Wenn er auch nominell noch Chef der Bamberger Symphoniker ist, so fühlt er sich doch zum ersten Mal seit Jahrzehnten von allen lästigen Chef-Verpflichtungen frei. Belastungen durch Organisatorisches wird er nicht mehr auf sich nehmen, er will nur noch dirigieren.

Sein Arbeitspensum wird allerdings vorerst kaum geringer werden. In diesem Monat beginnt die alljährliche Deutschland-Tournee der Bamberger Symphoniker, die vom 24. November bis zum 11. Dezember Konzerte in siebzehn Städten bringt. Auch bei ihrer bevorstehenden ersten Amerika-Tournee wird Jochum die Bamberger dirigieren. Ähnlich enge Beziehungen bestehen nach wie vor zum Amsterdamer Concertgebouw-Orchester, Festspiele rufen - das Luzerner Konzert Anfang September ging ja durch die Weltpresse, weil Jochum und seine Solisten nach dem Münchener Anschlag auf die israelische Olympia-Mannschaft spontan ihr Honorar den Opfern zur Verfügung stellten - und schließlich galt und gilt es, umfangreiche Schallplattenaufgaben zu erfüllen. Von den Einspielungen der beiden Brahms-Konzerte mit Emil Gilels wurde schon in den vorangegangenen Heften berichtet. Zu Jochums Freude hat die DG inzwischen die großen Chorwerke Bruckners aufgenommen und bringt sie in einer Kassette sozusagen als Geschenkgabe zu seinem 70. Geburtstag - am 1. November - heraus; die Serie ergänzt damit den mittlerweile schon schallplatten-klassischen Zyklus der Bruckner-Sinfonien, der jetzt im Rahmen der DG-Edition „Die Welt der Sinfonie“ erneut aufgelegt ist. In dieser Mammut-Veröffentlichung erscheint im August 1973 weiterhin eine Neuaufnahme der zwölf Londoner Sinfonien Joseph Haydns, die Jochum gerade mit dem London Philharmonic Orchestra eingespielt hat. Für Philips wird die Aufnahmeserie der großen Chorwerke Bachs in Kürze mit dem Weihnachts-Oratorium fortgesetzt. Weitere Projekte: Eine Platte mit Salzburger Kirchenmusik Mozarts, Jochum würde sodann am liebsten noch einige der großen Bach-Kantaten aufnehmen; vor allem aber möchte er brennend gerne eines der großen Orchesterwerke Max Regers für die Schallplatte dirigieren. „Aber wenn ich den Sinfonischen Prolog oder die Serenade vorschlage, dann kriegen sie alle lange Nasen“, meint er, bevor der „offizielle“ Teil des Interviews zu allgemeinen Fragen des Musiklebens überschwenkt. „Ich bin ein bisschen traurig darüber, denn ich meine, dass Regers Zeit gekommen ist und dass sich 1973 aus Anlass seines 100. Geburtstags eine günstige Gelegenheit böte, dieses Kapitel ernsthaft in Angriff zu nehmen. Denn es ist ja phantastisch, was dieser Mann alles gemacht hat. Es ist so gekonnt, und er stieß mit seiner Musik in echtes Neuland vor. Diese farbliche Palette zum Beispiel in seinen langsamen Variationen … Und diese Musik soll heute nicht ‚gehen‘? Dann wird es höchste Zeit, dass sie bekannt gemacht wird. Was ich tun kann, um die Kenntnis Regers zu befördern, das werde ich tun.“

ff: „Ein Geburtstag, ein ‚runder‘ zumal, ist Anlass, für einen Augenblick zurückzuschauen. Sie, Herr Professor Jochum, haben 1926 als Dirigent debütiert, stehen jetzt also über 45 Jahre aktiv im Musikleben. In welcher Weise hat sich in dieser Zeit aus Ihrer Sicht die musikalische Landschaft geändert?“

Jochum: „Es hat sich vieles geändert. Sehen wir die Entwicklung vom Dirigenten her, so meine ich, dass mit dem Verlust einer gewissen - ja, wie soll ich es ausdrücken: also mit dem Verlust einer gewissen Seelenhaftigkeit und mit dem Eindringen mechanistischen Denkens in die Musik bei vielen Dirigenten die Gefahr besteht, dass bestimmte Ausdruckswerte einfach verlorengehen. Dass diese Gefahr besteht, soll natürlich nicht heißen, dass kein Dirigent ihr entgangen wäre.“

ff: „Und die Symptome werden deutlich vor allem bei der Wiedergabe von Musik der Klassik und Romantik?“

Jochum: „Bei Klassik und Romantik bestimmt. Aber auch bei Bach. Im Grunde lässt sich dieser gewisse Verlust an seelischer Ausdruckskraft überall verfolgen. Er ist eine Eigenart unserer Zeit und enthält sicherlich positive, aber im Bereich der Interpretation unzweifelhaft auch negative Elemente. Wobei natürlich hinzuzufügen ist, dass der ‚Zeitgeist‘ sich ja auch wieder wandeln kann und die jetzt weniger kultivierten Elemente wieder auf breiterer Basis zum Tragen kommen können.

Betrachtet man die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte unter dem Aspekt der entstandenen Werke, so würde ich meinen, dass ebenfalls einiges anders geworden ist. Man tut heutzutage so, als ob Stockhausen mindestens so groß wäre wie Beethoven. Und das ist etwas, was mich manchmal ärgert. Ich meine, wir sollten zugeben, dass wir arm dran sind. Denn Stockhausen und Kagel: Das widerspricht allen meinen Vorstellungen von Musik. Nein, da komme ich nicht mehr mit, das hat für mich nichts mehr mit Musik zu tun - es tut mir leid!“

ff: „Und Sie meinen nicht, dass es eine Zeit geben wird, in der man die Erzeugnisse der Avantgarde von heute ebenso verstehen und schätzen wird, wie man heute Schönbergs und Bergs Musik versteht und schätzt?“

Jochum: „Wissen Sie, ich bin im Grunde dafür, dass die Komponisten heute experimentieren. Sollen sie es tun, so viel sie wollen. Es ist notwendig, wir sind in gewisser Weise an einem Ende. Wir wissen nicht, wie der Weg weitergeht. Man kann neue Wege aber natürlich nur durch immer neue Versuche finden und erschließen. Aber es soll doch niemand so tun, als sei das, was man dann als Ergebnis des Experimentierens zu hören bekommt, a priori ein großes Kunstwerk. Das meiste davon ist nach meinen Vorstellungen von Kunst reiner Irrsinn.“

ff: „Aber lehrt nicht die Erfahrung oder der Umgang mit Geschichte, dass jede Zeit, sagen wir sogar: jedes Jahrzehnt eine Summe an Kunstleistungen vorweist, die immer in etwa gleich ist? Und wäre von da aus in der Beurteilung neuer Werke nicht doch Vorsicht am Platz?“

Jochum: „Ich stehe auf folgendem Standpunkt: Es gab Zeiten, die künstlerisch groß waren. Nehmen Sie zum Beispiel einen Querschnitt durch die Jahre 1805 und 1806 und betrachten Sie die Werke der Literatur, der Musik, der Architektur usw. Und es gibt andere Epochen, in denen sich die Aktivitäten des menschlichen Geistes auf andere Gebiete verlagern. Wir leben heute in einer Zeit ungeheurer wissenschaftlicher Leistungen. Warum sollten wir uns nicht eingestehen, dass die Mehrheit unserer Kräfte auf die Wissenschaft gerichtet ist und die künstlerische Ausbeute weniger ergiebig ausfällt? Es ist doch keine Schande.“

ff: „Sie urteilen nicht ausschließlich aus der Sicht des Musikers, sondern versuchen, das Ganze im Blick zu behalten. Besteht aber nicht die Gefahr, dass bei einer solchen Betrachtungsweise, die die musikschöpferische Gegenwart weitgehend ausklammert, die Klassik ‚museal‘ wird, die Musik von Bach bis Brahms allmählich in eine Position gedrängt wird, die jetzt etwa die Musik von Perotin bis Palestrina einnimmt?“

Jochum: „Nun, ich würde allerdings noch weit über Brahms hinausgehen: Bartók und Hindemith, Strawinsky und Honegger waren alles noch sehr passable Leute, vom Strauß ganz zu schweigen. Ich mag auch Henze, obwohl ich nicht alles von ihm gut finde.

Verstehen Sie mich recht: Ich moralisiere nicht, meine Sicht ist, wie ich glaube, schlicht und einfach sachlich. Wir sollten sehen, wo wir stehen, sollten sehen, dass wir zur Zeit in einem Tal angekommen sind und dass es vielleicht sogar 50 oder 100 Jahre dauert, bis wieder etwas Relevantes und Hochschöpferisches kommt. Entwicklungen sind ja unvorhersehbar. Wir sollten aber nicht, ich will mich mal drastisch ausdrücken, bei jedem Fliegenschiss so tun, als ob etwas Welterschütterndes geschehen sei.“

ff: „Dann würden Sie es als die Hauptaufgabe des Musikers, des Interpreten in dieser Zeit ansehen, die Werke und ihren Geist mit Liebe zu bewahren, die er in Ihrem Sinne als hochschöpferisch erkannt hat? Würden Sie Ihre Aufgabe und Stellung so sehen?“

Jochum: „Ja, wir sollen bewahren, aber uns dabei nicht abkapseln, sondern immer offenbleiben für neue Wege, die beschritten werden und uns zukunftsträchtig und gangbar erscheinen.“

„Es ist ein herrlicher Zustand!“ Eugen Jochum strahlt. Wenn er auch nominell noch Chef der Bamberger Symphoniker ist, so fühlt er sich doch zum ersten Mal seit Jahrzehnten von allen lästigen Chef-Verpflichtungen frei. Belastungen durch Organisatorisches wird er nicht mehr auf sich nehmen, er will nur noch dirigieren.

Sein Arbeitspensum wird allerdings vorerst kaum geringer werden. In diesem Monat beginnt die alljährliche Deutschland-Tournee der Bamberger Symphoniker, die vom 24. November bis zum 11. Dezember Konzerte in siebzehn Städten bringt. Auch bei ihrer bevorstehenden ersten Amerika-Tournee wird Jochum die Bamberger dirigieren. Ähnlich enge Beziehungen bestehen nach wie vor zum Amsterdamer Concertgebouw-Orchester, Festspiele rufen - das Luzerner Konzert Anfang September ging ja durch die Weltpresse, weil Jochum und seine Solisten nach dem Münchener Anschlag auf die israelische Olympia-Mannschaft spontan ihr Honorar den Opfern zur Verfügung stellten - und schließlich galt und gilt es, umfangreiche Schallplattenaufgaben zu erfüllen. Von den Einspielungen der beiden Brahms-Konzerte mit Emil Gilels wurde schon in den vorangegangenen Heften berichtet. Zu Jochums Freude hat die DG inzwischen die großen Chorwerke Bruckners aufgenommen und bringt sie in einer Kassette sozusagen als Geschenkgabe zu seinem 70. Geburtstag - am 1. November - heraus; die Serie ergänzt damit den mittlerweile schon schallplatten-klassischen Zyklus der Bruckner-Sinfonien, der jetzt im Rahmen der DG-Edition „Die Welt der Sinfonie“ erneut aufgelegt ist. In dieser Mammut-Veröffentlichung erscheint im August 1973 weiterhin eine Neuaufnahme der zwölf Londoner Sinfonien Joseph Haydns, die Jochum gerade mit dem London Philharmonic Orchestra eingespielt hat. Für Philips wird die Aufnahmeserie der großen Chorwerke Bachs in Kürze mit dem Weihnachts-Oratorium fortgesetzt. Weitere Projekte: Eine Platte mit Salzburger Kirchenmusik Mozarts, Jochum würde sodann am liebsten noch einige der großen Bach-Kantaten aufnehmen; vor allem aber möchte er brennend gerne eines der großen Orchesterwerke Max Regers für die Schallplatte dirigieren. „Aber wenn ich den Sinfonischen Prolog oder die Serenade vorschlage, dann kriegen sie alle lange Nasen“, meint er, bevor der „offizielle“ Teil des Interviews zu allgemeinen Fragen des Musiklebens überschwenkt. „Ich bin ein bisschen traurig darüber, denn ich meine, dass Regers Zeit gekommen ist und dass sich 1973 aus Anlass seines 100. Geburtstags eine günstige Gelegenheit böte, dieses Kapitel ernsthaft in Angriff zu nehmen. Denn es ist ja phantastisch, was dieser Mann alles gemacht hat. Es ist so gekonnt, und er stieß mit seiner Musik in echtes Neuland vor. Diese farbliche Palette zum Beispiel in seinen langsamen Variationen … Und diese Musik soll heute nicht ‚gehen‘? Dann wird es höchste Zeit, dass sie bekannt gemacht wird. Was ich tun kann, um die Kenntnis Regers zu befördern, das werde ich tun.“

ff: „Ein Geburtstag, ein ‚runder‘ zumal, ist Anlass, für einen Augenblick zurückzuschauen. Sie, Herr Professor Jochum, haben 1926 als Dirigent debütiert, stehen jetzt also über 45 Jahre aktiv im Musikleben. In welcher Weise hat sich in dieser Zeit aus Ihrer Sicht die musikalische Landschaft geändert?“

Jochum: „Es hat sich vieles geändert. Sehen wir die Entwicklung vom Dirigenten her, so meine ich, dass mit dem Verlust einer gewissen - ja, wie soll ich es ausdrücken: also mit dem Verlust einer gewissen Seelenhaftigkeit und mit dem Eindringen mechanistischen Denkens in die Musik bei vielen Dirigenten die Gefahr besteht, dass bestimmte Ausdruckswerte einfach verlorengehen. Dass diese Gefahr besteht, soll natürlich nicht heißen, dass kein Dirigent ihr entgangen wäre.“

ff: „Und die Symptome werden deutlich vor allem bei der Wiedergabe von Musik der Klassik und Romantik?“

Jochum: „Bei Klassik und Romantik bestimmt. Aber auch bei Bach. Im Grunde lässt sich dieser gewisse Verlust an seelischer Ausdruckskraft überall verfolgen. Er ist eine Eigenart unserer Zeit und enthält sicherlich positive, aber im Bereich der Interpretation unzweifelhaft auch negative Elemente. Wobei natürlich hinzuzufügen ist, dass der ‚Zeitgeist‘ sich ja auch wieder wandeln kann und die jetzt weniger kultivierten Elemente wieder auf breiterer Basis zum Tragen kommen können.

Betrachtet man die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte unter dem Aspekt der entstandenen Werke, so würde ich meinen, dass ebenfalls einiges anders geworden ist. Man tut heutzutage so, als ob Stockhausen mindestens so groß wäre wie Beethoven. Und das ist etwas, was mich manchmal ärgert. Ich meine, wir sollten zugeben, dass wir arm dran sind. Denn Stockhausen und Kagel: Das widerspricht allen meinen Vorstellungen von Musik. Nein, da komme ich nicht mehr mit, das hat für mich nichts mehr mit Musik zu tun - es tut mir leid!“

ff: „Und Sie meinen nicht, dass es eine Zeit geben wird, in der man die Erzeugnisse der Avantgarde von heute ebenso verstehen und schätzen wird, wie man heute Schönbergs und Bergs Musik versteht und schätzt?“

Jochum: „Wissen Sie, ich bin im Grunde dafür, dass die Komponisten heute experimentieren. Sollen sie es tun, so viel sie wollen. Es ist notwendig, wir sind in gewisser Weise an einem Ende. Wir wissen nicht, wie der Weg weitergeht. Man kann neue Wege aber natürlich nur durch immer neue Versuche finden und erschließen. Aber es soll doch niemand so tun, als sei das, was man dann als Ergebnis des Experimentierens zu hören bekommt, a priori ein großes Kunstwerk. Das meiste davon ist nach meinen Vorstellungen von Kunst reiner Irrsinn.“

ff: „Aber lehrt nicht die Erfahrung oder der Umgang mit Geschichte, dass jede Zeit, sagen wir sogar: jedes Jahrzehnt eine Summe an Kunstleistungen vorweist, die immer in etwa gleich ist? Und wäre von da aus in der Beurteilung neuer Werke nicht doch Vorsicht am Platz?“

Jochum: „Ich stehe auf folgendem Standpunkt: Es gab Zeiten, die künstlerisch groß waren. Nehmen Sie zum Beispiel einen Querschnitt durch die Jahre 1805 und 1806 und betrachten Sie die Werke der Literatur, der Musik, der Architektur usw. Und es gibt andere Epochen, in denen sich die Aktivitäten des menschlichen Geistes auf andere Gebiete verlagern. Wir leben heute in einer Zeit ungeheurer wissenschaftlicher Leistungen. Warum sollten wir uns nicht eingestehen, dass die Mehrheit unserer Kräfte auf die Wissenschaft gerichtet ist und die künstlerische Ausbeute weniger ergiebig ausfällt? Es ist doch keine Schande.“

ff: „Sie urteilen nicht ausschließlich aus der Sicht des Musikers, sondern versuchen, das Ganze im Blick zu behalten. Besteht aber nicht die Gefahr, dass bei einer solchen Betrachtungsweise, die die musikschöpferische Gegenwart weitgehend ausklammert, die Klassik ‚museal‘ wird, die Musik von Bach bis Brahms allmählich in eine Position gedrängt wird, die jetzt etwa die Musik von Perotin bis Palestrina einnimmt?“

Jochum: „Nun, ich würde allerdings noch weit über Brahms hinausgehen: Bartók und Hindemith, Strawinsky und Honegger waren alles noch sehr passable Leute, vom Strauß ganz zu schweigen. Ich mag auch Henze, obwohl ich nicht alles von ihm gut finde.

Verstehen Sie mich recht: Ich moralisiere nicht, meine Sicht ist, wie ich glaube, schlicht und einfach sachlich. Wir sollten sehen, wo wir stehen, sollten sehen, dass wir zur Zeit in einem Tal angekommen sind und dass es vielleicht sogar 50 oder 100 Jahre dauert, bis wieder etwas Relevantes und Hochschöpferisches kommt. Entwicklungen sind ja unvorhersehbar. Wir sollten aber nicht, ich will mich mal drastisch ausdrücken, bei jedem Fliegenschiss so tun, als ob etwas Welterschütterndes geschehen sei.“

ff: „Dann würden Sie es als die Hauptaufgabe des Musikers, des Interpreten in dieser Zeit ansehen, die Werke und ihren Geist mit Liebe zu bewahren, die er in Ihrem Sinne als hochschöpferisch erkannt hat? Würden Sie Ihre Aufgabe und Stellung so sehen?“

Jochum: „Ja, wir sollen bewahren, aber uns dabei nicht abkapseln, sondern immer offenbleiben für neue Wege, die beschritten werden und uns zukunftsträchtig und gangbar erscheinen.“