Fokussiert von Anfang an
Aufgewachsen unter der südlichen Sonne Spaniens machte sich er junge Cellist Pablo Ferrández auf, um mit dem Cello die Welt zu erobern. In seinem Debüt-Album „Reflections“ sieht der frischgebackene Sony-Exklusivkünstler eine Art Selbstporträt.

Musik war immer da, wie das Brot auf dem Tisch, der Wein im Keller und die gleißend helle Sonne am Firmament. Im Leben des jungen Pablo Ferrández gehörten Klänge zum Leben wie die Luft zum Atmen. Manchmal fallen die Dinge eben einfach vom Himmel. Diesen Eindruck muss man haben, wenn der junge spanische Cellist über seine Kindheit und Jugend spricht. Die Geschichten vieler hochbegabter Instrumentalisten gleichen sich, manchmal klingen sie märchenhaft unkompliziert. In eine musikalische Familie hineingeboren, beste Voraussetzungen, als Talent entdeckt und optimal gefördert zu werden: Bei Pablo Ferrández kam das Wesentliche zusammen, und es funktionierte einfach.
Die Dinge nahmen ihren Lauf, wie von selbst. Die Mutter sorgte als passionierte Flamenco-Gitarristin für musikalische Inspiration, genauso wie der Vater, der als Cellist im spanischen Nationalorchester in Madrid spielte. Und es verwundert nicht, dass dieser als Verehrer des großen katalanischen Cellisten Pablo Casals sich wünschte, dass auch sein Sohn den Vornamen Pablo tragen sollte. „So hatte ich kaum eine andere Wahl, als auch Cello zu lernen. Mit drei Jahren fing ich an, das ist meine erste und einzige Erinnerung, wie alles begann. Ich stellte nichts in Frage und tat alles von Anfang an sehr gern. Meine Eltern übten mit mir, das war das Normalste von der Welt. Ich war Pablo und spielte Cello, das war’s“, bemerkt Ferrández im Interview mit einem herzlichen Lachen. So stellte sich auch gar nicht die Frage, ob Musik einmal zum Beruf werden könnte. „Ich wollte immer ein professioneller Musiker, ein Solist sein. Ich war von Anfang an sehr zielstrebig. Mir machte es nichts aus, schon mit sieben oder acht den ganzen Tag lang zu üben. Meine Eltern waren schon überrascht, dass sie überhaupt keinen Druck machen mussten. Üben war etwas ganz Normales bei uns zu Hause.“
Schlüsselerlebnisse rund um die Musik und das Cello gab es für Pablo Ferrández auch außerhalb des musikaffinen Elternhauses. Regelmäßig kamen große Solisten nach Madrid, um mit dem Nationalen Sinfonieorchester aufzutreten. „Ich erlebte Mischa Maisky, Rostropowitsch und viele andere, ging regelmäßig in die Konzerte, hörte schon bei den Proben zu und saß dabei in der ersten Reihe. Das war natürlich eine gewaltige Inspiration, ich saugte alles auf wie ein Schwamm.“
Mit zwölf begann Pablo dann mit dem Studium bei der renommierten russischen Cellistin und Pädagogin Natalia Shakhovskaya an der Escuela Superior de Música Reina Sofía in Madrid. Sie war in Moskau noch Schülerin von Mstislaw Rostropowitsch, zu dem der junge Pablo Ferrández als sein Cello-Idol aufschaute. So konnte er aus erster Hand von der harten, aber enorm effektiven russischen Celloschule profitieren. Mit dieser grundsoliden technischen Basis kam auch die Liebe zur russischen Musik. „Diese Zeit veränderte mein Leben“, meint Ferrández rückblickend.
Dann, mit 19, wagte er den Sprung nach Deutschland, an die Kronberg Academy, dem bei Frankfurt gelegenen internationalen Zentrum für solistische Streicherausbildung. Frans Helmerson, ebenfalls ein Rostropowitsch-Schüler, war dort sein Lehrer und Mentor. Er half Ferrández, seine eigene Stimme auf dem Cello zu finden. Die Meisterklassen bei vielen namhaften Cellisten wie David Geringas, Gary Hoffman oder Lynn Harrell erweiterten den Horizont, ebenso die Begegnungen mit Künstlern wie Gidon Kremer oder Christoph Eschenbach.
Auch Wettbewerbe spielten eine wichtige Rolle im Leben des jungen Cellisten. Beim XV. Internationalen Tschaikowski-Wettbewerb 2015 in Moskau spielte er sich ins Finale. Obwohl Ferrández am Ende nur auf dem 4. Platz landete, war er ein Sieger, denn sein Auftreten hatte Interesse geweckt. „Der Wettbewerb war eine Art Durchbruch, die Zahl meiner Konzerte stieg danach deutlich. Es ist gar nicht so wichtig, dass man gewinnt, sondern dass man wahrgenommen wird“, erklärt Ferrández. Auch Anne-Sophie- Mutter wurde auf den ambitionierten Cellisten aufmerksam, momentan ist er noch Stipendiat ihrer Stiftung. 2014 erschien dann die erste CD, eine Einspielung der Cellokonzerte von Dvorák und Schumann mit den Stuttgarter Philharmonikern. Bei Onyx Classics profilierte sich Ferrández als souverän gestaltender Solist mit Potenzial.
Mit Bedacht hat er das Programm seines Debüt-Recitals „Reflections“ für Sony Classical ausgewählt. „Ich wollte russische Musik aufnehmen, das war mein dringlichster Wunsch. Und die Rachmaninow-Sonate, in Erinnerung an meine Studienzeit bei Natalia Shakhovskaya. Dann sollte etwas für Stimme dabei sein, so arrangierte ich Lieder von Rachmaninow für Violoncello. Dann gibt es den „Gesang der Vögel“ von Casals, meine Lieblingszugabe. Casals spielte übrigens mit Rachmaninow zusammen, das wusste ich bis dahin noch gar nicht. Spanische Komponisten durften natürlich nicht fehlen. Granados war außerdem Zeitgenosse von Rachmaninow. Das Programm schafft musikalische Querverbindungen, es bringt russische und spanische Einflüsse zusammen. Und es spiegelt wider, wer ich bin“.
Was treibt diesen jungen Cellisten an, was motiviert ihn letztlich, mit seinem Instrument auf die Bühne zu gehen? „Ich fühle mich nirgends so lebendig wie auf dem Podium“, erklärt Pablo Ferrández. „Wenn ein Geben und Nehmen entsteht und sich eine kommunikative Spannung mit dem Publikum aufbaut – das ist einfach ein unglaubliches Gefühl!“
Musik war immer da, wie das Brot auf dem Tisch, der Wein im Keller und die gleißend helle Sonne am Firmament. Im Leben des jungen Pablo Ferrández gehörten Klänge zum Leben wie die Luft zum Atmen. Manchmal fallen die Dinge eben einfach vom Himmel. Diesen Eindruck muss man haben, wenn der junge spanische Cellist über seine Kindheit und Jugend spricht. Die Geschichten vieler hochbegabter Instrumentalisten gleichen sich, manchmal klingen sie märchenhaft unkompliziert. In eine musikalische Familie hineingeboren, beste Voraussetzungen, als Talent entdeckt und optimal gefördert zu werden: Bei Pablo Ferrández kam das Wesentliche zusammen, und es funktionierte einfach.
Die Dinge nahmen ihren Lauf, wie von selbst. Die Mutter sorgte als passionierte Flamenco-Gitarristin für musikalische Inspiration, genauso wie der Vater, der als Cellist im spanischen Nationalorchester in Madrid spielte. Und es verwundert nicht, dass dieser als Verehrer des großen katalanischen Cellisten Pablo Casals sich wünschte, dass auch sein Sohn den Vornamen Pablo tragen sollte. „So hatte ich kaum eine andere Wahl, als auch Cello zu lernen. Mit drei Jahren fing ich an, das ist meine erste und einzige Erinnerung, wie alles begann. Ich stellte nichts in Frage und tat alles von Anfang an sehr gern. Meine Eltern übten mit mir, das war das Normalste von der Welt. Ich war Pablo und spielte Cello, das war’s“, bemerkt Ferrández im Interview mit einem herzlichen Lachen. So stellte sich auch gar nicht die Frage, ob Musik einmal zum Beruf werden könnte. „Ich wollte immer ein professioneller Musiker, ein Solist sein. Ich war von Anfang an sehr zielstrebig. Mir machte es nichts aus, schon mit sieben oder acht den ganzen Tag lang zu üben. Meine Eltern waren schon überrascht, dass sie überhaupt keinen Druck machen mussten. Üben war etwas ganz Normales bei uns zu Hause.“
Schlüsselerlebnisse rund um die Musik und das Cello gab es für Pablo Ferrández auch außerhalb des musikaffinen Elternhauses. Regelmäßig kamen große Solisten nach Madrid, um mit dem Nationalen Sinfonieorchester aufzutreten. „Ich erlebte Mischa Maisky, Rostropowitsch und viele andere, ging regelmäßig in die Konzerte, hörte schon bei den Proben zu und saß dabei in der ersten Reihe. Das war natürlich eine gewaltige Inspiration, ich saugte alles auf wie ein Schwamm.“
Mit zwölf begann Pablo dann mit dem Studium bei der renommierten russischen Cellistin und Pädagogin Natalia Shakhovskaya an der Escuela Superior de Música Reina Sofía in Madrid. Sie war in Moskau noch Schülerin von Mstislaw Rostropowitsch, zu dem der junge Pablo Ferrández als sein Cello-Idol aufschaute. So konnte er aus erster Hand von der harten, aber enorm effektiven russischen Celloschule profitieren. Mit dieser grundsoliden technischen Basis kam auch die Liebe zur russischen Musik. „Diese Zeit veränderte mein Leben“, meint Ferrández rückblickend.
Dann, mit 19, wagte er den Sprung nach Deutschland, an die Kronberg Academy, dem bei Frankfurt gelegenen internationalen Zentrum für solistische Streicherausbildung. Frans Helmerson, ebenfalls ein Rostropowitsch-Schüler, war dort sein Lehrer und Mentor. Er half Ferrández, seine eigene Stimme auf dem Cello zu finden. Die Meisterklassen bei vielen namhaften Cellisten wie David Geringas, Gary Hoffman oder Lynn Harrell erweiterten den Horizont, ebenso die Begegnungen mit Künstlern wie Gidon Kremer oder Christoph Eschenbach.
Auch Wettbewerbe spielten eine wichtige Rolle im Leben des jungen Cellisten. Beim XV. Internationalen Tschaikowski-Wettbewerb 2015 in Moskau spielte er sich ins Finale. Obwohl Ferrández am Ende nur auf dem 4. Platz landete, war er ein Sieger, denn sein Auftreten hatte Interesse geweckt. „Der Wettbewerb war eine Art Durchbruch, die Zahl meiner Konzerte stieg danach deutlich. Es ist gar nicht so wichtig, dass man gewinnt, sondern dass man wahrgenommen wird“, erklärt Ferrández. Auch Anne-Sophie- Mutter wurde auf den ambitionierten Cellisten aufmerksam, momentan ist er noch Stipendiat ihrer Stiftung. 2014 erschien dann die erste CD, eine Einspielung der Cellokonzerte von Dvorák und Schumann mit den Stuttgarter Philharmonikern. Bei Onyx Classics profilierte sich Ferrández als souverän gestaltender Solist mit Potenzial.
Mit Bedacht hat er das Programm seines Debüt-Recitals „Reflections“ für Sony Classical ausgewählt. „Ich wollte russische Musik aufnehmen, das war mein dringlichster Wunsch. Und die Rachmaninow-Sonate, in Erinnerung an meine Studienzeit bei Natalia Shakhovskaya. Dann sollte etwas für Stimme dabei sein, so arrangierte ich Lieder von Rachmaninow für Violoncello. Dann gibt es den „Gesang der Vögel“ von Casals, meine Lieblingszugabe. Casals spielte übrigens mit Rachmaninow zusammen, das wusste ich bis dahin noch gar nicht. Spanische Komponisten durften natürlich nicht fehlen. Granados war außerdem Zeitgenosse von Rachmaninow. Das Programm schafft musikalische Querverbindungen, es bringt russische und spanische Einflüsse zusammen. Und es spiegelt wider, wer ich bin“.
Was treibt diesen jungen Cellisten an, was motiviert ihn letztlich, mit seinem Instrument auf die Bühne zu gehen? „Ich fühle mich nirgends so lebendig wie auf dem Podium“, erklärt Pablo Ferrández. „Wenn ein Geben und Nehmen entsteht und sich eine kommunikative Spannung mit dem Publikum aufbaut – das ist einfach ein unglaubliches Gefühl!“



