Interview & Porträt

Gemeinsam wachsen

Von
Christoph Vratz
Erschienen in der Printausgabe im
April 2021
Lesezeit ca.
…
Minuten

Ein Treffen vor Ort hat die pandemische Lage nicht zugelassen. Doch dank moderner Video-Technik können wir uns zu dritt treffen und uns beim Gespräch einander zusehen. Das franz ensemble, das seinen Namen von Franz Schubert abgeleitet hat, besteht aus aktuell acht Mitgliedern und vereint Bläser, Streicher und eine Pianistin. Zum Interview haben sich Klarinettist Maximilian Krome und Fagottistin Rie Koyama eingefunden.

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Wie haben wir uns beim franz ensemble die „Stunde null“ vorzustellen?

Maximilian Krome: Einige Musiker kannten sich bereits durch die Kammermusikreihe der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dann kam 2017 eine Einladung zu den „Gezeitenkonzerten“ von Matthias Kirschnereit. Dort sollten wir das Schubert-Oktett aufführen; und so kam eine Fraktion von der Bremer Seite und eine andere von auswärts. Wir haben damals nur dieses Konzert gespielt, erst im Nachhinein kann man vom eigentlichen Gründungsakt sprechen, denn das hatte uns so viel Spaß gemacht, dass wir uns einig waren: Das soll es noch nicht gewesen sein. Durch Kontakte in meine Heimat kam es zu einem Austausch mit dem Label MDG in Detmold. Ich habe angefragt, ob Interesse an einer Aufnahme bestünde. Die Antwort lautete: „Ja, aber dann bitte nicht nur für ein einzelnes Projekt, sondern für mehrere. Wenn, dann möchten wir etwas aufbauen. Hättet ihr dazu Lust?“ So entstand die Idee, vier oder fünf CDs auf den Weg zu bringen

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Warum sind solche Kammermusikformationen, die an das britische Nash Ensemble erinnern, vergleichsweise selten?

Rie Koyama: Solch wechselnde Besetzungen wie bei uns trifft man sonst eigentlich nur als spontane Gruppierungen bei Festivals an. In aller Regel werden dann nur zwei Kern-Werke aufgeführt: Beethovens Septett und das Oktett von Schubert. Das Spannende für uns lag von Anfang an darin, dass wir uns die ganze Literatur jenseits dieser beiden Werke genauer ansehen können, wenn wir in dieser Besetzung zusammenbleiben.

M.K.: Daraus ergab sich die Chance des gemeinsamen Wachsens, des Sich-Entwickelns, künstlerisch und auch menschlich, denn wir sind gut befreundet. Es war von Anfang an für uns ein großer Anreiz, die Fühler in die unterschiedlichsten Repertoire-Felder auszustrecken. Der Reiz liegt in dem Spagat, einerseits die Klangfülle eines kleinen Orchesters erreichen zu können, andererseits so agil und flexibel reagieren zu können wie Kammermusiker.

R.K.: Anfangs waren wir ohne Pianistin, doch die Repertoire-Möglichkeiten sind noch einmal deutlich gewachsen, nachdem wir Kiveli Dörken, mit der viele von uns schon vorher Kammermusik gespielt haben, ins Boot holten.

M.K.: Das Spannende ist, dass wir jetzt Bläser, Streicher und Klavier vereinigt haben und dadurch die ganze Palette abdecken und eine sehr große Farbvielfalt erreichen können.

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Manchmal kann es schwierig sein, eine homogene Einheit aus nur vier Streichern herzustellen. Ist es ungleich schwieriger, wenn bei der doppelten Anzahl von Musikern jeder mit einer eigenen Wunschliste aufkreuzt?

R.K.: Was die CD-Produktionen betrifft, ist es insofern einfach, als bei MDG möglichst nur ein Komponist auf einer Aufnahme vertreten sein soll. Mit Ferdinand Ries und Franz Berwald haben wir bis jetzt jeweils Komponisten ausgewählt, die es uns ermöglichen, eine große Bandbreite an Kammermusik abzubilden, ob Sextett oder Oktett, ob Klavierquartett oder Streichtrio. Nun suchen wir schon nach Inhalten für die nächste Produktion, denn wir sind auch sehr an moderner Musik interessiert, etwa mit Blick auf das Oktett von Jörg Widmann. Oder die österreichisch-ungarische Komponistin Grete von Zierlitz. Sie ist relativ unbekannt, hat aber einiges für unsere Besetzung geschrieben. Außerdem bemühen wir uns derzeit um ein Stipendium für eine Auftragskomposition.

M.K.: Wir haben für uns ein offenes Online-Dokument eingerichtet, in das jeder seine Wünsche und auch seine Entdeckungen eintragen kann. Da tauchen dann auch unbekannte Komponistennamen auf, sodass sich jeder von uns auf die Suche begeben kann, welche Werke dieser Komponist nun geschrieben hat. Wichtig ist immer die Frage: Spricht uns diese Musik an? Haben wir auf diese Musik wirklich Lust? Und können wir uns mit dieser Musik auch als Ensemble weiterentwickeln? Inzwischen haben wir durch unser gewachsenes Repertoire für Konzertprogramme eine größere Flexibilität, können Beziehungen zwischen Komponisten oder Epochen aufzeigen. So ergeben sich ständig neue Perspektiven, auch was die wechselnden Besetzungen innerhalb des Ensembles betrifft. Mal können die Bläser für sich ein Werk erarbeiten und am Klang feilen, mal die Streicher mit Klavier, mal alle zusammen.

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Wie organisieren Sie die Logistik, da ja fast alle zeitgleich in einem Orchester spielen?

R.K.: Es sind meistens Block-Phasen, zu denen wir uns treffen. Das ist einfacher, als wenn wir alle 14 Tage an einem Wochenende für ein Treffen anreisen. Für die Bremer Mitglieder ist es natürlich einfacher, sich auch kurzfristig zu treffen. Dann bespricht man aber tatsächlich eher organisatorische Fragen. Für mich selbst ist es derzeit ein doppelter Spagat, weil ich seit letztem Jahr auch Mitglied der Bamberger Symphoniker bin, dazu bei der Deutschen Kammerphilharmonie.

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Die Summe aus Einzelteilen ergibt nicht automatisch ein stimmiges Ganzes. Wie arbeiten Sie an einer eigenen Klang-Identität?

M.K.: Organisatorisch sind wir sehr demokratisch aufgestellt, wobei die Fäden meist bei zwei oder drei Leuten zusammenlaufen, weil es sonst in der Praxis gar nicht anders machbar wäre. Musikalisch hat uns schon bei der Gründung das gemeinsame Gefühl vereint, dass wir auf einer Welle schwimmen oder, anders gesagt, eine gemeinsame Sprache sprechen. Jeder Kammermusiker hat einmal die Erfahrung gemacht, dass man stunden- oder tagelang miteinander arbeiten kann, ohne wirklich zusammenzufinden oder, umgekehrt, dass man schon nach wenigen Takten weiß, dass die Chemie stimmt. Was im zweitgenannten Fall nicht ausschließt, dass es in Proben auch einmal knirschen kann und dass man gemeinsam miteinander um die beste Lösung ringt.

R.K.: Wichtig dabei ist immer der Respekt voreinander und die Fähigkeit, eigene Vorstellungen, zumindest vorübergehend, einfach mal über Bord zu werfen und sich ganz auf einen der anderen einzulassen.

M.K.: Das aber nicht nur für einen Moment, sondern mit der Geduld, einen vorgeschlagenen Weg auch bis zum Ende mitzugehen. Bisher haben wir alles durch uns selbst entwickelt, also ohne jede Form von Coaching, was aber nicht ausschließt, dass wir diesen Schritt eines Tages auch ausprobieren werden.

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Das Wort vom gemeinsamen Nenner ist immer schnell in den Mund genommen, aber was ist das letztlich? Es ist ja mehr als ein gemeinschaftliches Gefühl für ein bestimmtes Tempo.

M.K.: Wir sind sehr agile, sportliche Spieler, es herrscht eine unglaublich große Wachheit. Hinzu kommt, dass ich uns als ziemlich uneitel charakterisieren würde. Gleichzeitig haben wir alle einen ziemlich hohen Puls, also eine große Lust, Musik dem Publikum elektrisierend zu vermitteln.

R.K.: Wir lieben es, über Grenzen zu gehen. In unseren Proben übertreiben wir gerne auch, um herauszufinden, wie weit man gehen kann. Wir geben wirklich alles, um eine Idee umzusetzen – und das bei einem gleichzeitigen Gefühl von Freiheit.

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Das ist auch ein Spezifikum des Bremer Orchesters, in dem einige von Ihnen ja beheimatet sind.

R.K.: Genau, aber anders herum gesehen, ist es ja auch kein Zufall, dass wir in diesem Orchester gelandet sind. Was in unserem Ensemble hinzukommt, ist die Fähigkeit, bei Konzerten auf eine Bühne zu gehen und alle Proben zu vergessen. Wir spielen nie eine geprobte Fassung, sondern haben so viel Vertrauen zueinander, dass wir im Moment des Konzerts zu einer neuartigen, ganz spontanen Lösung finden. Man könnte sagen: Die Proben sind nur der Grundstein, um im Konzert improvisieren zu können. Und das ist eines unserer Ziele: nicht in Gewohnheiten zu erstarren, sondern als Ensemble noch weiter zusammenzuwachsen, um dieses Moment der Improvisation steigern und auch vermitteln zu können.

Ein Treffen vor Ort hat die pandemische Lage nicht zugelassen. Doch dank moderner Video-Technik können wir uns zu dritt treffen und uns beim Gespräch einander zusehen. Das franz ensemble, das seinen Namen von Franz Schubert abgeleitet hat, besteht aus aktuell acht Mitgliedern und vereint Bläser, Streicher und eine Pianistin. Zum Interview haben sich Klarinettist Maximilian Krome und Fagottistin Rie Koyama eingefunden.

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Wie haben wir uns beim franz ensemble die „Stunde null“ vorzustellen?

Maximilian Krome: Einige Musiker kannten sich bereits durch die Kammermusikreihe der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dann kam 2017 eine Einladung zu den „Gezeitenkonzerten“ von Matthias Kirschnereit. Dort sollten wir das Schubert-Oktett aufführen; und so kam eine Fraktion von der Bremer Seite und eine andere von auswärts. Wir haben damals nur dieses Konzert gespielt, erst im Nachhinein kann man vom eigentlichen Gründungsakt sprechen, denn das hatte uns so viel Spaß gemacht, dass wir uns einig waren: Das soll es noch nicht gewesen sein. Durch Kontakte in meine Heimat kam es zu einem Austausch mit dem Label MDG in Detmold. Ich habe angefragt, ob Interesse an einer Aufnahme bestünde. Die Antwort lautete: „Ja, aber dann bitte nicht nur für ein einzelnes Projekt, sondern für mehrere. Wenn, dann möchten wir etwas aufbauen. Hättet ihr dazu Lust?“ So entstand die Idee, vier oder fünf CDs auf den Weg zu bringen

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Warum sind solche Kammermusikformationen, die an das britische Nash Ensemble erinnern, vergleichsweise selten?

Rie Koyama: Solch wechselnde Besetzungen wie bei uns trifft man sonst eigentlich nur als spontane Gruppierungen bei Festivals an. In aller Regel werden dann nur zwei Kern-Werke aufgeführt: Beethovens Septett und das Oktett von Schubert. Das Spannende für uns lag von Anfang an darin, dass wir uns die ganze Literatur jenseits dieser beiden Werke genauer ansehen können, wenn wir in dieser Besetzung zusammenbleiben.

M.K.: Daraus ergab sich die Chance des gemeinsamen Wachsens, des Sich-Entwickelns, künstlerisch und auch menschlich, denn wir sind gut befreundet. Es war von Anfang an für uns ein großer Anreiz, die Fühler in die unterschiedlichsten Repertoire-Felder auszustrecken. Der Reiz liegt in dem Spagat, einerseits die Klangfülle eines kleinen Orchesters erreichen zu können, andererseits so agil und flexibel reagieren zu können wie Kammermusiker.

R.K.: Anfangs waren wir ohne Pianistin, doch die Repertoire-Möglichkeiten sind noch einmal deutlich gewachsen, nachdem wir Kiveli Dörken, mit der viele von uns schon vorher Kammermusik gespielt haben, ins Boot holten.

M.K.: Das Spannende ist, dass wir jetzt Bläser, Streicher und Klavier vereinigt haben und dadurch die ganze Palette abdecken und eine sehr große Farbvielfalt erreichen können.

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Manchmal kann es schwierig sein, eine homogene Einheit aus nur vier Streichern herzustellen. Ist es ungleich schwieriger, wenn bei der doppelten Anzahl von Musikern jeder mit einer eigenen Wunschliste aufkreuzt?

R.K.: Was die CD-Produktionen betrifft, ist es insofern einfach, als bei MDG möglichst nur ein Komponist auf einer Aufnahme vertreten sein soll. Mit Ferdinand Ries und Franz Berwald haben wir bis jetzt jeweils Komponisten ausgewählt, die es uns ermöglichen, eine große Bandbreite an Kammermusik abzubilden, ob Sextett oder Oktett, ob Klavierquartett oder Streichtrio. Nun suchen wir schon nach Inhalten für die nächste Produktion, denn wir sind auch sehr an moderner Musik interessiert, etwa mit Blick auf das Oktett von Jörg Widmann. Oder die österreichisch-ungarische Komponistin Grete von Zierlitz. Sie ist relativ unbekannt, hat aber einiges für unsere Besetzung geschrieben. Außerdem bemühen wir uns derzeit um ein Stipendium für eine Auftragskomposition.

M.K.: Wir haben für uns ein offenes Online-Dokument eingerichtet, in das jeder seine Wünsche und auch seine Entdeckungen eintragen kann. Da tauchen dann auch unbekannte Komponistennamen auf, sodass sich jeder von uns auf die Suche begeben kann, welche Werke dieser Komponist nun geschrieben hat. Wichtig ist immer die Frage: Spricht uns diese Musik an? Haben wir auf diese Musik wirklich Lust? Und können wir uns mit dieser Musik auch als Ensemble weiterentwickeln? Inzwischen haben wir durch unser gewachsenes Repertoire für Konzertprogramme eine größere Flexibilität, können Beziehungen zwischen Komponisten oder Epochen aufzeigen. So ergeben sich ständig neue Perspektiven, auch was die wechselnden Besetzungen innerhalb des Ensembles betrifft. Mal können die Bläser für sich ein Werk erarbeiten und am Klang feilen, mal die Streicher mit Klavier, mal alle zusammen.

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Wie organisieren Sie die Logistik, da ja fast alle zeitgleich in einem Orchester spielen?

R.K.: Es sind meistens Block-Phasen, zu denen wir uns treffen. Das ist einfacher, als wenn wir alle 14 Tage an einem Wochenende für ein Treffen anreisen. Für die Bremer Mitglieder ist es natürlich einfacher, sich auch kurzfristig zu treffen. Dann bespricht man aber tatsächlich eher organisatorische Fragen. Für mich selbst ist es derzeit ein doppelter Spagat, weil ich seit letztem Jahr auch Mitglied der Bamberger Symphoniker bin, dazu bei der Deutschen Kammerphilharmonie.

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Die Summe aus Einzelteilen ergibt nicht automatisch ein stimmiges Ganzes. Wie arbeiten Sie an einer eigenen Klang-Identität?

M.K.: Organisatorisch sind wir sehr demokratisch aufgestellt, wobei die Fäden meist bei zwei oder drei Leuten zusammenlaufen, weil es sonst in der Praxis gar nicht anders machbar wäre. Musikalisch hat uns schon bei der Gründung das gemeinsame Gefühl vereint, dass wir auf einer Welle schwimmen oder, anders gesagt, eine gemeinsame Sprache sprechen. Jeder Kammermusiker hat einmal die Erfahrung gemacht, dass man stunden- oder tagelang miteinander arbeiten kann, ohne wirklich zusammenzufinden oder, umgekehrt, dass man schon nach wenigen Takten weiß, dass die Chemie stimmt. Was im zweitgenannten Fall nicht ausschließt, dass es in Proben auch einmal knirschen kann und dass man gemeinsam miteinander um die beste Lösung ringt.

R.K.: Wichtig dabei ist immer der Respekt voreinander und die Fähigkeit, eigene Vorstellungen, zumindest vorübergehend, einfach mal über Bord zu werfen und sich ganz auf einen der anderen einzulassen.

M.K.: Das aber nicht nur für einen Moment, sondern mit der Geduld, einen vorgeschlagenen Weg auch bis zum Ende mitzugehen. Bisher haben wir alles durch uns selbst entwickelt, also ohne jede Form von Coaching, was aber nicht ausschließt, dass wir diesen Schritt eines Tages auch ausprobieren werden.

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Das Wort vom gemeinsamen Nenner ist immer schnell in den Mund genommen, aber was ist das letztlich? Es ist ja mehr als ein gemeinschaftliches Gefühl für ein bestimmtes Tempo.

M.K.: Wir sind sehr agile, sportliche Spieler, es herrscht eine unglaublich große Wachheit. Hinzu kommt, dass ich uns als ziemlich uneitel charakterisieren würde. Gleichzeitig haben wir alle einen ziemlich hohen Puls, also eine große Lust, Musik dem Publikum elektrisierend zu vermitteln.

R.K.: Wir lieben es, über Grenzen zu gehen. In unseren Proben übertreiben wir gerne auch, um herauszufinden, wie weit man gehen kann. Wir geben wirklich alles, um eine Idee umzusetzen – und das bei einem gleichzeitigen Gefühl von Freiheit.

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Das ist auch ein Spezifikum des Bremer Orchesters, in dem einige von Ihnen ja beheimatet sind.

R.K.: Genau, aber anders herum gesehen, ist es ja auch kein Zufall, dass wir in diesem Orchester gelandet sind. Was in unserem Ensemble hinzukommt, ist die Fähigkeit, bei Konzerten auf eine Bühne zu gehen und alle Proben zu vergessen. Wir spielen nie eine geprobte Fassung, sondern haben so viel Vertrauen zueinander, dass wir im Moment des Konzerts zu einer neuartigen, ganz spontanen Lösung finden. Man könnte sagen: Die Proben sind nur der Grundstein, um im Konzert improvisieren zu können. Und das ist eines unserer Ziele: nicht in Gewohnheiten zu erstarren, sondern als Ensemble noch weiter zusammenzuwachsen, um dieses Moment der Improvisation steigern und auch vermitteln zu können.

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