Mit Bach in St. Gallen
Seit zwanzig Jahren führt Rudolf Lutz jeden Monat im appenzellischen Trogen eine Bach-Kantate auf. Auf eine sehr ungewöhnliche Art. Ein Gespräch beim Leipziger Bachfest

Die Bach-Medaille der Stadt Leipzig ging in diesem Jahr an die
J. S. Bach-Stiftung St. Gallen, „weil sie das Schaffen Bachs einem großen Publikum auf innovative und nachhaltige Weise nahebringt“, so die Begründung der Jury. Gründer und finanzieller Ermöglicher ist der Unternehmer Konrad Hummler, künstlerischer Leiter der Organist und Dirigent Rudolf Lutz. Er war beim diesjährigen Bachfest gleich viermal als Dirigent im Einsatz: dreimal mit Chor und Orchester der Stiftung, einmal mit dem aus Laien zum Bachfest zusammengestellten We-Are-Family-Chor und dem Lufthansa Orchester. Nach einer Probe trafen wir uns im Kupfersaal. „Sagt man Sie oder du?“, fragte der unkomplizierte Schweizer, dem man seine 75 Jahre nicht anmerkt, bevor wir uns an einen Tisch im Foyer setzten. „Ich bin der Rudi.“ Die Schriftfassung haben wir aber doch in die Sie-Form übertragen.
Herr Lutz, Sie erarbeiten seit zwanzig Jahren jeden Monat eine neue Bach-Kantate. Neudeutsch gefragt: Was macht das mit einem?
Zu Beginn wusste ich, ich werde jetzt eine riesige Landschaft durchqueren. Ich habe die Bach-Vokalwerke immer wieder mit dem Himalaja verglichen. Der Mount Everest, das ist die Matthäus-Passion oder die h-Moll-Messe. Aber dann gibt es die vielen Sechs- und Siebentausender, die auch recht giftig zu besteigen sind. Die meisten waren für mich Erstbesteigungen – und Letztbesteigungen. Das war hier und da auch traurig, wenn ich dachte, diese Kantate werden wir vielleicht nie mehr aufführen. Ich habe gelernt, wie ich die Kantaten besetze, mit welchen Solistinnen und Solisten, wie setzen wir den Chor zusammen, dass es von den Leuten her passt? Da ist mit der Zeit ein Netzwerk entstanden. Und wie groß besetze ich Chor und Orchester? Wir hatten uns entschieden, alle Aufführungen in der Kirche in Trogen nahe St. Gallen zu machen, und mir war wichtig, eine Transparenz, eine Balance hinzubekommen und dass die Aussagekraft über das Wort zur Musikalisierung Bachs vordringt.
Ich bin ja auch Theoretiker, ich analysiere relativ genau und erarbeite dann nach einem sehr sorgfältigen Studium in ausgeklügelter Arbeit nur eine Kantate pro Session. Sich nur auf ein Stück zu konzentrieren, hat sich bewährt. Am Anfang wurden wir dafür belächelt, was wir uns hatten einfallen lassen: Es gibt eine Einführung in das Werk von mir und von einem Pfarrer, dann spielen wir es, dann folgt eine „Reflexion“, das heißt, ein hochkarätiger Schriftsteller oder Politiker, Soziologe, Philosoph und so weiter spricht über den Kantatentext, und dann spielen wir das Stück noch einmal. Aber inzwischen sind viele Leute überzeugt, dass man dadurch noch mehr in die tieferen Dimensionen der Stücke eintauchen kann.
Kurz zur Vorgeschichte: Wie ist es überhaupt zu diesem Projekt gekommen?
Ich war mal Hilfschorleiter am Konservatorium in Basel, weil Hans-Martin Linde es einfach nicht ausgehalten hat, mit den Studenten zu arbeiten. Die einen konnten hervorragend singen, die anderen gar nicht. Ich sah es als Chance, weil die Studierenden intelligent und musikalisch sind und verstehen, um was es geht – wenn man mit ihnen nicht die schwierigsten Sachen macht. Wir haben ein buntes Programm erarbeitet, es gab eine große Begeisterung, und bei der Nachfeier fragte der Direktor Gerhard Hildenbrand mich: Herr Lutz, machen wir das nächstes Jahr wieder? Wie wäre es mit der Johannes-Passion? Da habe ich gesagt: Na ja, mit solch einer riesigen Gruppe könnte man auch die Matthäus-Passion machen. Und dann stand der Herr Direktor sofort auf und verkündete: Meine Lieben, nächstes Jahr gibt’s mit Herrn Lutz die Matthäus-Passion! Ich dachte: oh nein! Ich bekam es ein bisschen mit der Angst zu tun und habe dann gesagt: Ich will das nicht in Basel machen, wo die Leute zwischendurch in ihren Instrumentalunterricht rennen. Das müsste oben auf einer Alp stattfinden. Dann kam mir Konrad Hummler in den Sinn, der mit mir in seiner Bank schon einige Projekte gemacht hatte, und ich fragte ihn: Konrad, können wir das nicht zusammen machen? Er sagte: Nur wenn ich mitsingen darf. Er singt übrigens auch hier in Leipzig im We-Are-Family-Chor mit, wir machen seine Lieblingskantate „Ich hatte viel Bekümmernis“. Es wurde ein schönes Projekt, Professoren kamen und gaben Vorträge, Musikwissenschaftler, aber auch ein Religionswissenschaftler, der über die Behandlung der Juden in der Passion sprach. Das war hochinteressant, und es wurde gut gekocht in dieser Alp weit weg vom Lärm der Welt. Und am Schluss waren alle einfach hin und weg von diesem unglaublichen Werk. Einige Jahre später kam Konrad Hummler auf mich zu und sagte: Rudi, was würdest du sagen, wenn du alle Bach-Vokalwerke dirigieren und aufnehmen könntest? Meine erste Reaktion war: Bist du wahnsinnig, ich will doch nicht meinen Brahms, meinen Beethoven, meinen Schostakowitsch, meinen Jazz, meine Volksmusik aufgeben! Aber nach zwei Monaten dachte ich: Das ist doch eine große Chance. Und dann haben wir das Format nach und nach entwickelt mit den Reflexionen und der Einführung. Ich versuche dabei am Keyboard die musikalische Struktur zu erklären, natürlich ein bisschen volkstümlich, vielleicht auch lustig, aber mit viel ernsthaftem Bemühen – ich möchte das Komplexe lustvoll vermitteln. Das hat immer mehr Leute angezogen, und dann wollten wir die Konzerte auch aufnehmen. Die Musiker fühlten sich dabei aber nicht wohl, und so kamen wir darauf, es auch mit Bild aufzunehmen, damit man sieht, es wird live gespielt. So hat sich das Ganze entwickelt. Wir machen Voraufnahmen und zwei Aufführungen, und dann wird es vom Tonmeister für CD und vom Bildtechniker für die Videoproduktion zusammengeschnitten. Dank dessen kennt man uns nun in der Welt. Wir bringen vier CDs pro Jahr heraus und setzen alle Mitschnitte auf unsere Internetseite „Bachipedia“. Sonst wären wir vielleicht immer noch nur eine interessante lokale Größe. Aber es kommt immer wieder auf den gleichen Punkt zurück: Ich bewundere die Musikalisierung Bachs, ich bewundere die Art und Weise, wie er die Formen gestaltet, wie er mit den Motiven umgeht, mit den Dimensionen, den Doppelfugen und so weiter. Das ist für mich ein permanentes Lernen, ich lebe mit Bach auf du und du.
Sie animieren das Publikum ja auch, die Themen mitzusingen. Sagen die Leute, dass sie die Musik dadurch besser verstehen?
Absolut. Aber es gibt auch einige, die stöhnen: Muss das sein?
Würden Sie sagen, dass einem etwas verloren geht, wenn man Bachs Vokalwerke nur als Musik hört und den Text an sich vorbeirauschen lässt?
Das ist ein bisschen eine Glaubensfrage. Sehr viele Bach-Affine lieben einfach: Jetzt kommt die rauschende Trompete, jetzt kommt die süße Gambe, die tolle Musik, die schönen Stimmen. Das ist auch alles wunderbar. Aber mir fehlt etwas, wenn die Sprache nicht im Zentrum steht. Die Sprachverständlichkeit ist natürlich ein Thema – wenn Bach eine Fuge macht, versteht man nichts mehr. Aber man kann den Text ja mitlesen. Schon zu Bachs Zeiten wurden Büchlein mit dem Text gedruckt, und deshalb denke ich, dass es Bach wichtig war, dass man wusste, was gesungen wird. Diese barocke Lyrik versteht man generell nicht schnell, weil sie sich mit Lust dreht und einem Nebensatz noch einen Nebensatz anfügt. Aber wie Bach diese Texte in Musik übersetzt mit instrumentalen Momenten, mit vokalen Momenten, das ist schon toll. Das Lufthansa Orchester, mit dem ich hier arbeite, ist ein gutes Laienorchester. Die spielen Beethoven, die spielen Mendelssohn, aber sie haben noch nie Bach gespielt. Es ist verrückt! Sie kennen diese Sprache nicht, aber wenn man ihnen ein paar Sachen erklärt, dann sagen sie plötzlich: Ah, das ist interessant!
Ist es schwierig, gute Leute für die Reflexion zu finden?
Nicht mehr. Viele freuen sich, wenn sie angefragt werden. Anfangs hat Arthur Godel, der ehemalige SRF-Radiodirektor, die Referenten ausgesucht, jetzt macht es Barbara Bleisch, die Moderatorin von „Sternstunden Philosophie“, und sie hat dabei völlige Freiheit. Witzigerweise hat erst gestern oder vorgestern hier beim Bachfest Harald Schmidt von unserer Bach-Stiftung gesprochen und gesagt, das sei vorbildlich. Daraufhin sagte mir Michael Maul, der Intendant: Den müsst ihr anfragen, der kommt bestimmt. Dann hätten wir noch mehr Publikum.
Brauchen Sie denn mehr Publikum?
Die Kirche ist gut voll, aber ein paar Plätze gibt es immer.
Warum machen Sie das überhaupt in dieser relativ kleinen Kirche?
Die Kirche in Trogen klingt und hat ein barockes Flair und mit 350 bis 400 Plätzen eine gute Größe.
Ende 2028 werden Sie durch sein mit allen Vokalwerken von Johann Sebastian Bach. Was kommt danach?
Unser Sponsor hört dann auf, uns zu unterstützen. Wir müssen neue Finanzierungsmöglichkeiten suchen und überlegen, was wir dann machen können. Ich denke, es wird bei Bach bleiben, aber nicht mehr nur bei den Kantaten. Vielleicht wird es Bach plus. Wir haben mal Bach und Brahms gemacht, das Deutsche Requiem. Aber das sind Riesenkisten, für die man viel Unterstützung braucht.
Wie wäre es, noch mal die ersten Kantaten aufzuführen, nun mit der Erfahrung von heute?
Das haben wir auch schon überlegt, aber nein, das ist unsere Geschichte. Und wenn ich die ersten Kantaten höre, bin ich durchaus erstaunt, wie sie von der Idee her schon auf dem Punkt waren.
Sie komponieren ja auch, haben unter anderem eine Landsgemeindekantate im Stil von Bach komponiert und eine Art Weihnachtsoratorium. Sie könnten sich doch selbst Ihren Nachschub schreiben. Und wo Bach nur eine Woche hatte, hätten Sie einen Monat Zeit.
(lacht) Also ich schreibe sehr gern und bin auch schon schneller geworden. Wir hatten uns etwas einfallen lassen für die Verleihung der Bach-Medaille. Wir haben die Hochzeitskantate BWV 202 gemacht, dann kam die Laudatio, und dann haben wir zu dieser Kantate eine Parodie-Kantate mit neuen Rezitativen aufgeführt. Anselm Hartinger, der Picander unserer Stiftung, hat die Arien und die Eingangsstücke neu textiert, und die Rezitative habe ich neu komponiert. Das war wie eine Komponistenprüfung, Herr Wollny, Ton Koopman und viele andere Honoratioren saßen da, und Herr Lutz hat seine Sachen vorgeführt. Aber es sei gut angekommen, hat man mir gesagt.

Neben den Bach-Kantaten bleibt Ihnen also noch Zeit für andere Dinge?
Ja, das ist mir wichtig! Ich spiele zum Beispiel zusammen mit meinem Bruder, er ist Saxofonist, Oldtime Jazz, wir sind die Lutz Brothers. Das tut mir gut.
Sie sagen selbst, Sie sind ein Bühnentier. War es da nicht die falsche Berufswahl, Organist zu werden?
(lacht) Das ist lustig. Als Organist ist man durchaus mächtig, man hat das lauteste Instrument, man ist zwar oben versteckt, aber kann ordentli ch in die Tasten greifen. Ich hatte immer den Wunsch, Organist zu werden. Die Bühnensau habe ich erst im Laufe der Zeit entdeckt. Ich habe ja dann auch vieles andere gemacht. Ich habe Dirigieren und Theorie und Chorleitung studiert, ich hatte bald schon einen Chor und ein Orchester, die ich dirigiert habe. Ich hatte mit meinem Bruder die Band. Und ich hatte viele Jahre meine Studierenden, die ich begeistern konnte. Natürlich kann man bei Bach die Rampensau nicht so rauslassen, wie wenn man zum Beispiel eine Beethoven-Sinfonie dirigiert. Aber solch ein Projekt wie hier mit dem We-Are-Family-Chor und dem Lufthansa Orchester, da merke ich, wie ich in recht kurzer Zeit 160 Leute zusammenbringen kann. Es kommen sehr positive Rückmeldungen. Ich bin gern auf der Bühne, ich bin gern Pädagoge, ich fühle mich durchaus glücklich.
Sie sind in St. Gallen geboren, haben in Winterthur, Zürich und Wien studiert, waren Organist in St. Gallen und Professor in Basel und Zürich. Das erinnert stark an Bach, der auch nie aus seiner Gegend rausgekommen ist.
Das stimmt. Ja, ich bin in St. Gallen geblieben. Mich hat es nie weggezogen.
Wenn Sie Bach irgendwann im Himmel begegnen, glauben Sie, Sie werden sich verstehen, vielleicht sogar befreundet sein?
Das wäre natürlich schön. Ihm meine Aufnahmen und meine Kompositionen zu präsentieren, das würde mich schon sehr freuen, aber ich würde mich auch ein bisschen fürchten. Ich glaube, er war ein inspirierender Lehrer für Leute, die etwas konnten.
Ist Ihnen Bach als Mensch nahegekommen?
Ich habe ein Bild von ihm. Im Kreise seiner Lieben und Anhänger und Freunde war er ein jovialer, lustiger, unterhaltsamer Mensch. An seinem Pult war er hoch konzentriert, ein Schachweltmeister, der kombinieren konnte, er muss ein enormes Gedächtnis gehabt, dass er eine h-Moll-Messe so zusammenstellen konnte – hier hab ich noch ein Stück, das könnte man so und so einbauen. Aber wenn man ihn angriff oder ihm Unrecht tat, dann war er ein widerlicher Kollege, wie man ihn nannte. Ich nehme an, dass die Pfarrherrschaft und die Stadtoberen nicht das richtige Verständnis für ihn hatten. Eine wunderliche Obrigkeit, heißt es ja. Das ist ein komisches Wort, aber gefällt mir: eine wunderliche Obrigkeit.
Er kommt mir nahe in seinem Werk und der Art und Weise, wie er zum Beispiel „Ich hatte viel Bekümmernis“ musikalisiert. Es kommt im Alt, dann im Tenor, dann kommt es noch mal im Sopran und im Bass – und dieses permanente Unnachgiebige, das ist ein Charakterzug, diese Persistence, würde ich es nennen. Das so darzustellen, dass man nicht denkt, oh nein, jetzt geht es schon wieder los, das ist nicht so einfach. Aber ich bin immer noch beeindruckt, dass ihm in jeder Kantate etwas Neues eingefallen ist. Immer gibt es etwas, wo ich sage: Was? So etwas habe ich noch nie gehört. In dieser Musik steckt solch eine Innovationsenergie, dass man es wirklich zwanzig Jahre lang aushält. Es ist nie langweilig geworden.
Es gibt keine Kantaten, die ein bisschen durchhängen?
Nein, selbst die Zitronenkantaten, auf die man sich anfangs nicht wirklich freut, entwickeln sich. Jede Kantate gewinnt ein unglaubliches Momentum.
Wäre es Ihnen wichtig, ob es Bach gefallen würde, wie Sie seine Musik aufführen?
Das wäre schon schön. Wenn er jetzt hier wäre, würde ich ihn bitten, mein Coach zu sein. Ich würde ihn fragen: Darf ich ans Cembalo? Wahrscheinlich hätte er gesagt: Ich mache das lieber selbst. Kennen Sie die schöne Beschreibung von seinem Schüler Kittel? Der kam 1747 an die Schule und berichtet: Wenn man Generalbass spielte, durfte man ab und zu in einer Hauptprobe an die Orgel. Und man musste damit rechnen, dass plötzlich von hinten die Hände Johann Sebastian Bachs quasi unter den Achselhöhlen auf die Tasten gingen und das Continuo spielten. Stell dir das vor, der beleibte Bach direkt hinter dir. Und was aus seinen Fingern spross an wahnsinnigen Figuren, sei noch viel beeindruckender gewesen als die Präsenz des gestrengen Meisters selbst. Ist das nicht wunderbar? Wir hätten damals ein Tonband mitlaufen lassen müssen. Ich wäre sehr neugierig, was Bach über mein Continuospiel sagen würde: Das ist gut so, probier dies oder das, mach hier noch mehr. Und natürlich würde ich ihn sofort in ein Konzert von uns einladen.
Sie sind ja jetzt fast zwei Wochen hier in Leipzig. Ist das so eine Art Familientreffen für die Bachfamilie?
Absolut. Man begegnet permanent jemandem, den man kennt. Ich hatte schon zwei große Konzerte, dann die Verleihung der Bach-Medaille und jetzt die Proben mit diesem Chor und dem Orchester, das ist ein Parforceritt.
Verbindet diese Faszination für Bach? Das gibt es ja bei kaum einem anderen Komponisten, dass sich einige Musiker jahrzehntelang vor allem mit seinem Werk beschäftigen.
Also mit den Musikerinnen und Musikern und den Sängerinnen und Sängern ist es sehr schön. Die Dirigenten sind weniger miteinander, was ich schade finde. Es ist ja auch schon passiert, dass zwei wie Kampfhähne aufeinander losgehen. Man sollte viel eher die Kollegen respektieren und von ihren Erfahrungen profitieren. Man sollte gegenseitig Proben und Konzerte besuchen und sich hinterher darüber austauschen, was man gut fand oder vielleicht auch schlecht. Und dann das, was die Kollegen sagen, in seinem Herzen bewegen und abwägen – wie Maria die Worte der Engel.
Das Leipziger Bachfest und Ihre Projekte mit der Bach-Stiftung St. Gallen zeigen, dass Bachs Musik lebendig ist.
Ja, es ist Wahnsinn! Die Leute kommen, die Kirchen und Säle sind voll.
Die Bach-Medaille der Stadt Leipzig ging in diesem Jahr an die
J. S. Bach-Stiftung St. Gallen, „weil sie das Schaffen Bachs einem großen Publikum auf innovative und nachhaltige Weise nahebringt“, so die Begründung der Jury. Gründer und finanzieller Ermöglicher ist der Unternehmer Konrad Hummler, künstlerischer Leiter der Organist und Dirigent Rudolf Lutz. Er war beim diesjährigen Bachfest gleich viermal als Dirigent im Einsatz: dreimal mit Chor und Orchester der Stiftung, einmal mit dem aus Laien zum Bachfest zusammengestellten We-Are-Family-Chor und dem Lufthansa Orchester. Nach einer Probe trafen wir uns im Kupfersaal. „Sagt man Sie oder du?“, fragte der unkomplizierte Schweizer, dem man seine 75 Jahre nicht anmerkt, bevor wir uns an einen Tisch im Foyer setzten. „Ich bin der Rudi.“ Die Schriftfassung haben wir aber doch in die Sie-Form übertragen.
Herr Lutz, Sie erarbeiten seit zwanzig Jahren jeden Monat eine neue Bach-Kantate. Neudeutsch gefragt: Was macht das mit einem?
Zu Beginn wusste ich, ich werde jetzt eine riesige Landschaft durchqueren. Ich habe die Bach-Vokalwerke immer wieder mit dem Himalaja verglichen. Der Mount Everest, das ist die Matthäus-Passion oder die h-Moll-Messe. Aber dann gibt es die vielen Sechs- und Siebentausender, die auch recht giftig zu besteigen sind. Die meisten waren für mich Erstbesteigungen – und Letztbesteigungen. Das war hier und da auch traurig, wenn ich dachte, diese Kantate werden wir vielleicht nie mehr aufführen. Ich habe gelernt, wie ich die Kantaten besetze, mit welchen Solistinnen und Solisten, wie setzen wir den Chor zusammen, dass es von den Leuten her passt? Da ist mit der Zeit ein Netzwerk entstanden. Und wie groß besetze ich Chor und Orchester? Wir hatten uns entschieden, alle Aufführungen in der Kirche in Trogen nahe St. Gallen zu machen, und mir war wichtig, eine Transparenz, eine Balance hinzubekommen und dass die Aussagekraft über das Wort zur Musikalisierung Bachs vordringt.
Ich bin ja auch Theoretiker, ich analysiere relativ genau und erarbeite dann nach einem sehr sorgfältigen Studium in ausgeklügelter Arbeit nur eine Kantate pro Session. Sich nur auf ein Stück zu konzentrieren, hat sich bewährt. Am Anfang wurden wir dafür belächelt, was wir uns hatten einfallen lassen: Es gibt eine Einführung in das Werk von mir und von einem Pfarrer, dann spielen wir es, dann folgt eine „Reflexion“, das heißt, ein hochkarätiger Schriftsteller oder Politiker, Soziologe, Philosoph und so weiter spricht über den Kantatentext, und dann spielen wir das Stück noch einmal. Aber inzwischen sind viele Leute überzeugt, dass man dadurch noch mehr in die tieferen Dimensionen der Stücke eintauchen kann.
Kurz zur Vorgeschichte: Wie ist es überhaupt zu diesem Projekt gekommen?
Ich war mal Hilfschorleiter am Konservatorium in Basel, weil Hans-Martin Linde es einfach nicht ausgehalten hat, mit den Studenten zu arbeiten. Die einen konnten hervorragend singen, die anderen gar nicht. Ich sah es als Chance, weil die Studierenden intelligent und musikalisch sind und verstehen, um was es geht – wenn man mit ihnen nicht die schwierigsten Sachen macht. Wir haben ein buntes Programm erarbeitet, es gab eine große Begeisterung, und bei der Nachfeier fragte der Direktor Gerhard Hildenbrand mich: Herr Lutz, machen wir das nächstes Jahr wieder? Wie wäre es mit der Johannes-Passion? Da habe ich gesagt: Na ja, mit solch einer riesigen Gruppe könnte man auch die Matthäus-Passion machen. Und dann stand der Herr Direktor sofort auf und verkündete: Meine Lieben, nächstes Jahr gibt’s mit Herrn Lutz die Matthäus-Passion! Ich dachte: oh nein! Ich bekam es ein bisschen mit der Angst zu tun und habe dann gesagt: Ich will das nicht in Basel machen, wo die Leute zwischendurch in ihren Instrumentalunterricht rennen. Das müsste oben auf einer Alp stattfinden. Dann kam mir Konrad Hummler in den Sinn, der mit mir in seiner Bank schon einige Projekte gemacht hatte, und ich fragte ihn: Konrad, können wir das nicht zusammen machen? Er sagte: Nur wenn ich mitsingen darf. Er singt übrigens auch hier in Leipzig im We-Are-Family-Chor mit, wir machen seine Lieblingskantate „Ich hatte viel Bekümmernis“. Es wurde ein schönes Projekt, Professoren kamen und gaben Vorträge, Musikwissenschaftler, aber auch ein Religionswissenschaftler, der über die Behandlung der Juden in der Passion sprach. Das war hochinteressant, und es wurde gut gekocht in dieser Alp weit weg vom Lärm der Welt. Und am Schluss waren alle einfach hin und weg von diesem unglaublichen Werk. Einige Jahre später kam Konrad Hummler auf mich zu und sagte: Rudi, was würdest du sagen, wenn du alle Bach-Vokalwerke dirigieren und aufnehmen könntest? Meine erste Reaktion war: Bist du wahnsinnig, ich will doch nicht meinen Brahms, meinen Beethoven, meinen Schostakowitsch, meinen Jazz, meine Volksmusik aufgeben! Aber nach zwei Monaten dachte ich: Das ist doch eine große Chance. Und dann haben wir das Format nach und nach entwickelt mit den Reflexionen und der Einführung. Ich versuche dabei am Keyboard die musikalische Struktur zu erklären, natürlich ein bisschen volkstümlich, vielleicht auch lustig, aber mit viel ernsthaftem Bemühen – ich möchte das Komplexe lustvoll vermitteln. Das hat immer mehr Leute angezogen, und dann wollten wir die Konzerte auch aufnehmen. Die Musiker fühlten sich dabei aber nicht wohl, und so kamen wir darauf, es auch mit Bild aufzunehmen, damit man sieht, es wird live gespielt. So hat sich das Ganze entwickelt. Wir machen Voraufnahmen und zwei Aufführungen, und dann wird es vom Tonmeister für CD und vom Bildtechniker für die Videoproduktion zusammengeschnitten. Dank dessen kennt man uns nun in der Welt. Wir bringen vier CDs pro Jahr heraus und setzen alle Mitschnitte auf unsere Internetseite „Bachipedia“. Sonst wären wir vielleicht immer noch nur eine interessante lokale Größe. Aber es kommt immer wieder auf den gleichen Punkt zurück: Ich bewundere die Musikalisierung Bachs, ich bewundere die Art und Weise, wie er die Formen gestaltet, wie er mit den Motiven umgeht, mit den Dimensionen, den Doppelfugen und so weiter. Das ist für mich ein permanentes Lernen, ich lebe mit Bach auf du und du.
Sie animieren das Publikum ja auch, die Themen mitzusingen. Sagen die Leute, dass sie die Musik dadurch besser verstehen?
Absolut. Aber es gibt auch einige, die stöhnen: Muss das sein?
Würden Sie sagen, dass einem etwas verloren geht, wenn man Bachs Vokalwerke nur als Musik hört und den Text an sich vorbeirauschen lässt?
Das ist ein bisschen eine Glaubensfrage. Sehr viele Bach-Affine lieben einfach: Jetzt kommt die rauschende Trompete, jetzt kommt die süße Gambe, die tolle Musik, die schönen Stimmen. Das ist auch alles wunderbar. Aber mir fehlt etwas, wenn die Sprache nicht im Zentrum steht. Die Sprachverständlichkeit ist natürlich ein Thema – wenn Bach eine Fuge macht, versteht man nichts mehr. Aber man kann den Text ja mitlesen. Schon zu Bachs Zeiten wurden Büchlein mit dem Text gedruckt, und deshalb denke ich, dass es Bach wichtig war, dass man wusste, was gesungen wird. Diese barocke Lyrik versteht man generell nicht schnell, weil sie sich mit Lust dreht und einem Nebensatz noch einen Nebensatz anfügt. Aber wie Bach diese Texte in Musik übersetzt mit instrumentalen Momenten, mit vokalen Momenten, das ist schon toll. Das Lufthansa Orchester, mit dem ich hier arbeite, ist ein gutes Laienorchester. Die spielen Beethoven, die spielen Mendelssohn, aber sie haben noch nie Bach gespielt. Es ist verrückt! Sie kennen diese Sprache nicht, aber wenn man ihnen ein paar Sachen erklärt, dann sagen sie plötzlich: Ah, das ist interessant!
Ist es schwierig, gute Leute für die Reflexion zu finden?
Nicht mehr. Viele freuen sich, wenn sie angefragt werden. Anfangs hat Arthur Godel, der ehemalige SRF-Radiodirektor, die Referenten ausgesucht, jetzt macht es Barbara Bleisch, die Moderatorin von „Sternstunden Philosophie“, und sie hat dabei völlige Freiheit. Witzigerweise hat erst gestern oder vorgestern hier beim Bachfest Harald Schmidt von unserer Bach-Stiftung gesprochen und gesagt, das sei vorbildlich. Daraufhin sagte mir Michael Maul, der Intendant: Den müsst ihr anfragen, der kommt bestimmt. Dann hätten wir noch mehr Publikum.
Brauchen Sie denn mehr Publikum?
Die Kirche ist gut voll, aber ein paar Plätze gibt es immer.
Warum machen Sie das überhaupt in dieser relativ kleinen Kirche?
Die Kirche in Trogen klingt und hat ein barockes Flair und mit 350 bis 400 Plätzen eine gute Größe.
Ende 2028 werden Sie durch sein mit allen Vokalwerken von Johann Sebastian Bach. Was kommt danach?
Unser Sponsor hört dann auf, uns zu unterstützen. Wir müssen neue Finanzierungsmöglichkeiten suchen und überlegen, was wir dann machen können. Ich denke, es wird bei Bach bleiben, aber nicht mehr nur bei den Kantaten. Vielleicht wird es Bach plus. Wir haben mal Bach und Brahms gemacht, das Deutsche Requiem. Aber das sind Riesenkisten, für die man viel Unterstützung braucht.
Wie wäre es, noch mal die ersten Kantaten aufzuführen, nun mit der Erfahrung von heute?
Das haben wir auch schon überlegt, aber nein, das ist unsere Geschichte. Und wenn ich die ersten Kantaten höre, bin ich durchaus erstaunt, wie sie von der Idee her schon auf dem Punkt waren.
Sie komponieren ja auch, haben unter anderem eine Landsgemeindekantate im Stil von Bach komponiert und eine Art Weihnachtsoratorium. Sie könnten sich doch selbst Ihren Nachschub schreiben. Und wo Bach nur eine Woche hatte, hätten Sie einen Monat Zeit.
(lacht) Also ich schreibe sehr gern und bin auch schon schneller geworden. Wir hatten uns etwas einfallen lassen für die Verleihung der Bach-Medaille. Wir haben die Hochzeitskantate BWV 202 gemacht, dann kam die Laudatio, und dann haben wir zu dieser Kantate eine Parodie-Kantate mit neuen Rezitativen aufgeführt. Anselm Hartinger, der Picander unserer Stiftung, hat die Arien und die Eingangsstücke neu textiert, und die Rezitative habe ich neu komponiert. Das war wie eine Komponistenprüfung, Herr Wollny, Ton Koopman und viele andere Honoratioren saßen da, und Herr Lutz hat seine Sachen vorgeführt. Aber es sei gut angekommen, hat man mir gesagt.

Neben den Bach-Kantaten bleibt Ihnen also noch Zeit für andere Dinge?
Ja, das ist mir wichtig! Ich spiele zum Beispiel zusammen mit meinem Bruder, er ist Saxofonist, Oldtime Jazz, wir sind die Lutz Brothers. Das tut mir gut.
Sie sagen selbst, Sie sind ein Bühnentier. War es da nicht die falsche Berufswahl, Organist zu werden?
(lacht) Das ist lustig. Als Organist ist man durchaus mächtig, man hat das lauteste Instrument, man ist zwar oben versteckt, aber kann ordentli ch in die Tasten greifen. Ich hatte immer den Wunsch, Organist zu werden. Die Bühnensau habe ich erst im Laufe der Zeit entdeckt. Ich habe ja dann auch vieles andere gemacht. Ich habe Dirigieren und Theorie und Chorleitung studiert, ich hatte bald schon einen Chor und ein Orchester, die ich dirigiert habe. Ich hatte mit meinem Bruder die Band. Und ich hatte viele Jahre meine Studierenden, die ich begeistern konnte. Natürlich kann man bei Bach die Rampensau nicht so rauslassen, wie wenn man zum Beispiel eine Beethoven-Sinfonie dirigiert. Aber solch ein Projekt wie hier mit dem We-Are-Family-Chor und dem Lufthansa Orchester, da merke ich, wie ich in recht kurzer Zeit 160 Leute zusammenbringen kann. Es kommen sehr positive Rückmeldungen. Ich bin gern auf der Bühne, ich bin gern Pädagoge, ich fühle mich durchaus glücklich.
Sie sind in St. Gallen geboren, haben in Winterthur, Zürich und Wien studiert, waren Organist in St. Gallen und Professor in Basel und Zürich. Das erinnert stark an Bach, der auch nie aus seiner Gegend rausgekommen ist.
Das stimmt. Ja, ich bin in St. Gallen geblieben. Mich hat es nie weggezogen.
Wenn Sie Bach irgendwann im Himmel begegnen, glauben Sie, Sie werden sich verstehen, vielleicht sogar befreundet sein?
Das wäre natürlich schön. Ihm meine Aufnahmen und meine Kompositionen zu präsentieren, das würde mich schon sehr freuen, aber ich würde mich auch ein bisschen fürchten. Ich glaube, er war ein inspirierender Lehrer für Leute, die etwas konnten.
Ist Ihnen Bach als Mensch nahegekommen?
Ich habe ein Bild von ihm. Im Kreise seiner Lieben und Anhänger und Freunde war er ein jovialer, lustiger, unterhaltsamer Mensch. An seinem Pult war er hoch konzentriert, ein Schachweltmeister, der kombinieren konnte, er muss ein enormes Gedächtnis gehabt, dass er eine h-Moll-Messe so zusammenstellen konnte – hier hab ich noch ein Stück, das könnte man so und so einbauen. Aber wenn man ihn angriff oder ihm Unrecht tat, dann war er ein widerlicher Kollege, wie man ihn nannte. Ich nehme an, dass die Pfarrherrschaft und die Stadtoberen nicht das richtige Verständnis für ihn hatten. Eine wunderliche Obrigkeit, heißt es ja. Das ist ein komisches Wort, aber gefällt mir: eine wunderliche Obrigkeit.
Er kommt mir nahe in seinem Werk und der Art und Weise, wie er zum Beispiel „Ich hatte viel Bekümmernis“ musikalisiert. Es kommt im Alt, dann im Tenor, dann kommt es noch mal im Sopran und im Bass – und dieses permanente Unnachgiebige, das ist ein Charakterzug, diese Persistence, würde ich es nennen. Das so darzustellen, dass man nicht denkt, oh nein, jetzt geht es schon wieder los, das ist nicht so einfach. Aber ich bin immer noch beeindruckt, dass ihm in jeder Kantate etwas Neues eingefallen ist. Immer gibt es etwas, wo ich sage: Was? So etwas habe ich noch nie gehört. In dieser Musik steckt solch eine Innovationsenergie, dass man es wirklich zwanzig Jahre lang aushält. Es ist nie langweilig geworden.
Es gibt keine Kantaten, die ein bisschen durchhängen?
Nein, selbst die Zitronenkantaten, auf die man sich anfangs nicht wirklich freut, entwickeln sich. Jede Kantate gewinnt ein unglaubliches Momentum.
Wäre es Ihnen wichtig, ob es Bach gefallen würde, wie Sie seine Musik aufführen?
Das wäre schon schön. Wenn er jetzt hier wäre, würde ich ihn bitten, mein Coach zu sein. Ich würde ihn fragen: Darf ich ans Cembalo? Wahrscheinlich hätte er gesagt: Ich mache das lieber selbst. Kennen Sie die schöne Beschreibung von seinem Schüler Kittel? Der kam 1747 an die Schule und berichtet: Wenn man Generalbass spielte, durfte man ab und zu in einer Hauptprobe an die Orgel. Und man musste damit rechnen, dass plötzlich von hinten die Hände Johann Sebastian Bachs quasi unter den Achselhöhlen auf die Tasten gingen und das Continuo spielten. Stell dir das vor, der beleibte Bach direkt hinter dir. Und was aus seinen Fingern spross an wahnsinnigen Figuren, sei noch viel beeindruckender gewesen als die Präsenz des gestrengen Meisters selbst. Ist das nicht wunderbar? Wir hätten damals ein Tonband mitlaufen lassen müssen. Ich wäre sehr neugierig, was Bach über mein Continuospiel sagen würde: Das ist gut so, probier dies oder das, mach hier noch mehr. Und natürlich würde ich ihn sofort in ein Konzert von uns einladen.
Sie sind ja jetzt fast zwei Wochen hier in Leipzig. Ist das so eine Art Familientreffen für die Bachfamilie?
Absolut. Man begegnet permanent jemandem, den man kennt. Ich hatte schon zwei große Konzerte, dann die Verleihung der Bach-Medaille und jetzt die Proben mit diesem Chor und dem Orchester, das ist ein Parforceritt.
Verbindet diese Faszination für Bach? Das gibt es ja bei kaum einem anderen Komponisten, dass sich einige Musiker jahrzehntelang vor allem mit seinem Werk beschäftigen.
Also mit den Musikerinnen und Musikern und den Sängerinnen und Sängern ist es sehr schön. Die Dirigenten sind weniger miteinander, was ich schade finde. Es ist ja auch schon passiert, dass zwei wie Kampfhähne aufeinander losgehen. Man sollte viel eher die Kollegen respektieren und von ihren Erfahrungen profitieren. Man sollte gegenseitig Proben und Konzerte besuchen und sich hinterher darüber austauschen, was man gut fand oder vielleicht auch schlecht. Und dann das, was die Kollegen sagen, in seinem Herzen bewegen und abwägen – wie Maria die Worte der Engel.
Das Leipziger Bachfest und Ihre Projekte mit der Bach-Stiftung St. Gallen zeigen, dass Bachs Musik lebendig ist.
Ja, es ist Wahnsinn! Die Leute kommen, die Kirchen und Säle sind voll.
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